Artikel | Haus & Garten 02/2010
Platznot und die Kunst, Schuhe zu lagern
Wohin mit den Schuhen, wenn der Platz knapp ist? Es gibt verschiedene Lösungen – vom Karussell über Kipper und Türregal bis zum Einlegeboden.
Schuhe möchte man schnell hervorholen und dann auch schnell wieder verstauen können. Anderseits sollten sie nicht im Flur herumstehen und bei Schmutz und Nässe keine Flecken auf dem Boden hinterlassen. Daher lohnt sich die Investition in ein solides Aufbewahrungssystem. Doch welches ist das richtige? Neun Systeme mit ihren Vor- und Nachteilen:
Kipper
Dabei werden die Schuhe in ein Fach gestellt, das hochgeklappt wird. Die Auswahl ist riesig: Es gibt Schuhkipper aus Metall, Plastik oder Holz. Sie haben eines oder mehrere Fächer. Zudem unterscheiden sie sich durch die Anzahl Schuhreihen pro Fach (eine bis drei). Frei stehende Kipper werden an die Wand geschraubt. Es gibt sie aber auch als Bestandteil eines ganzen Garderobensystems – zum Beispiel in Kombination mit Spiegel, Kleiderstange und Schrank.
- Vorteile: Schuhkipper weisen eine geringe Tiefe auf und eignen sich daher auch für enge Flure. Zudem sind die Schuhe vor Staub geschützt.
- Nachteile: Insbesondere die einreihigen Modelle brauchen viel Wandfläche, bieten im Vergleich aber nur wenig Stauraum. So haben in einem Kipper mit rund 1,50 Meter Höhe, 50 Zentimeter Breite und 20 Zentimeter Tiefe nur rund sechs Paar Schuhe Platz. Problematisch wird es auch, wenn Stiefel, Pumps oder sehr grosse Schuhe verstaut werden sollen. Für sie sind Kipper schlicht ungeeignet oder zumindest unpraktisch.
Schrank
Den Klassiker unter den Aufbewahrungsmöglichkeiten gibt es aus unterschiedlichen Materialien und in verschiedenen Grössen – oft auch als Bestandteil eines ganzen Garderobensystems.
- Vorteile: Es ist leicht, Ordnung zu halten, und falls doch einmal Chaos herrscht, verschwindet es hinter der Schranktür. Die Schuhe sind vor Staub geschützt.
- Nachteile: Schränke sind für einen engen Flur meist nicht geeignet, da sie zu viel Platz beanspruchen. Hohe und dunkle Modelle wirken schnell wuchtig, einengend und erdrückend.
Gestell
Es gibt sie aus Holz oder Metall. Besonders praktisch sind stapelbare und/oder ausziehbare Gestelle. So kann das Möbel auf die gewünschte Breite eingestellt werden. Wenn sich der Schuhbestand vergrössert, kauft man einfach noch eines dazu. Gestelle eignen sich für den Gang oder das Réduit, wenn es im Flur nicht genug Platz für alle Schuhe hat.
- Vorteile: Oft keine Montage nötig. Stapelbare Modelle oder solche zum Einhängen (Bild im pdf-Artikel) nützen den Platz optimal aus, ausziehbare passen sich den individuellen Verhältnissen an.
- Nachteile: Die Schuhe verstauben. Stapel- und ausziehbare Gestelle sind optisch kein Hingucker.
Bank
Hier kann man sich hinsetzen und die Schuhe an- und ausziehen, die unter der Sitzfläche verstaut werden. Bänke gibt es aus Metall oder Holz jeweils mit Sitzkissen sowie als Bestandteil eines Garderobensystems.
- Vorteil: Bequem. Nachteile: Braucht etwas mehr Platz als andere Lösungen. Zudem reicht der Stauraum nur für die Schuhe, die man im Alltag am häufigsten anhat. Der Rest muss anderweitig aufgehoben werden – zum Beispiel in einem Schrank oder Kipper.
Wandablage
Wer seine Schuhe gern wie im Schuhgeschäft präsentieren möchte, kann Ablageflächen aus Metall direkt an die Wand schrauben.
- Vorteil: Man hat alle Schuhe sofort im Blick.
- Nachteile: Jede Fläche muss einzeln montiert werden. Nicht jeder möchte seine Schuhe ausstellen – vor allem, wenn sie nicht mehr neu und sauber sind. Zudem verstauben sie.
Türregal
Ausgefallene Aufbewahrungsmöglichkeit: Das Schuhregal wird an eine Schrank- oder normale Tür gehängt (auf Wunsch auch geschraubt). Die Tür kann weiterhin geschlossen werden.
- Vorteile: Kein zusätzlicher Platz nötig, «tote» Fläche wird genutzt.
- Nachteile: Kein Hingucker, sondern rein funktionale Lösung. Schuhe verstauben. Für Stiefel nicht geeignet.
Unterbettkommode
Nicht nur Bettdecken und Kleider lassen sich unter dem Bett verstauen, auch für Schuhe gibt es Unterbettkommoden.
- Vorteil: Schuhe werden staubsicher aufbewahrt.
- Nachteile: Nur für die Schuhe geeignet, die sauber und trocken sind und die man gerade nicht braucht – also beispielsweise Winterschuhe im Sommer. Fächergrösse ist vorgegeben.
Teleskopstangen/Karussell
Es gibt drei Varianten:
- Ausziehbare Roste, die zwischen zwei Wände oder Schrankseiten geklemmt werden.
- Regale mit zwei Teleskopstangen, die zwischen Decke und Boden gespannt werden.
- Karussell: Eine senkrechte Teleskopstange mit drehbaren Elementen, auf die die Schuhe gestülpt werden.
Vorteile: Individuell an Platz und Anzahl Schuhe anpassbar (spezielle Stiefelelemente bei den senkrechten Teleskopstangen). Für Flur oder Réduit geeignet. Braucht wenig Platz (für das Karussell reicht eine Ecke). Keine Montage erforderlich.
Nachteile: Schuhe verstauben. Funktionale Lösung, die optisch wenig anspricht.
Einlegeböden
Für viele Kleiderschränke gibt es Einlegeböden, -roste oder «Dornen», speziell für die Schuhaufbewahrung.
- Vorteile: Schuhe brauchen im Flur keinen Platz und verstauben nicht.
- Nachteile: Eher für Schuhe geeignet, die man nicht so häufig braucht und die sauber sind.
24. Mai 2010 | Sabine Knosala, Haus+Garten
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Platznot und die Kunst, Schuhe zu lagern
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