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Ich habe etwas Geld gespart. Doch welche Bank ist die richtige? Laut Werbung wollen alle mein Bestes. Auch ich will nur das Beste – für mein Geld. Besonders in Perioden weltweiter Verunsicherung zücken die Finanzinstitute gerne die Schweiz-Karte. So begrüsst mich die Genfer Bank Syz & Co. in der NZZ mit dem mässig originellen Kalauer «Welcome to Syzerland».
Auch die UBS besinnt sich der Heimat: Ich solle «die Schweiz entdecken». Man tue alles für mein «perfektes Erlebnis», so die alphornunterlegte Homepage der UBS. Die Raiffeisen hat sogar schon einen Trip für mich geplant und schickt mich «zum halben Preis nach Waadt und Genf». Das ist alles ganz toll. Aber was machen die mit meinem Geld, während ich herumreise?
Auch die Credit Suisse versucht, mich von den harten Realitäten der Finanzmärkte abzulenken. «Eine Bank, die mitfiebert», stimmt die CS auf die Fussball-WM ein. Das Sponsoring der Schweizer Nationalmannschaft muss in der Werbung sichtbar werden, schliesslich kostet es Millionen. Wie viele genau, will die Bank nicht sagen. Sonst geraten womöglich die ganz oder halb leer ausgegangenen CS-Lehman-Opfer wieder in Rage.
Die Kunst-Kampagne der Zürcher Kantonalbank bringt das werberische Ablenkungsmanöver schliesslich auf den Punkt: «Geniessen Sie Dubuffets ‹Streunende Helden›, ohne an Turbulenzen der Finanzmärkte denken zu müssen.» Soll sagen: Lassen Sie uns ruhig machen und geniessen Sie das Leben. Nur: Haben wir nicht gerade erst gelernt, wohin blindes Vertrauen zu Bankern führen kann?
21. Juni 2010 | Gertrud Rall