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Artikel | saldo 13/2010

Fettabsaugen: Chirurg trickste

Chirurg Daniel Münch warb damit, 20 Liter Fett abzusaugen. Nach einem kritischen Bericht von saldo ging er vor Gericht. Der Richter wies die Klage ab.

Bis zu 20 Liter Fett aufs Mal absaugen – damit warb Schönheitschirurg Daniel Münch aus Wiedlisbach BE auf seiner Website. Mit dieser «Mega-Lipo­sculpture» könnten Übergewichtige auf dem OP-Tisch abnehmen. saldo berichtete darüber  im April (saldo 8/10). Fachleute waren entsetzt: «Diese Operation kann lebensgefährlich sein», so der Zürcher Anästhesist Werner Dimai von der Klinik Pyramide am See.

Zum Vergleich: Beim normalen Fettabsaugen entfernen Ärzte maximal 4 Liter Fett. Der Zolliker Chirurg Roger Gmür bestätigte: «Mit bis zu 4 Litern Fett bewegt man sich im sicheren Bereich.» Daniel Münch reichte beim Gericht in Aarwangen BE Klage ein: Die Angaben von saldo seien falsch.

Er sauge nicht bis zu 20 Liter Fett aufs Mal ab, sondern «nicht über 12 Liter». Das Gericht solle saldo deshalb dazu verpflichten, die Aussagen zu widerrufen und den Artikel im Internet zu löschen.  Als Beweis für seine Behauptungen legte er einen Ausdruck seiner Homepage vor. Darin war nur die Rede von «10 bis 15 Liter und mehr Fett».


Der Arzt passte Aussagen nachträglich an

Doch im Verfahren kam rasch aus: Münch hatte auf seiner Website geworben, «grosse Fettmengen (bis 15–20 Liter Fett)» abzusaugen. Zwei Tage nachdem der saldo-Artikel erschienen war, änderte er den Text. Der Richter bemerkte den Trick: Auf der Website habe Münch «nachträglich die Menge Fett, welche entnommen werde, (...) reduziert». Das Gericht wies Münchs Klage ab: «Der Artikel enthält keine unwahren Äusserungen».

30. August 2010 | iev, ag


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Fettabsaugen: Chirurg trickste
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Kommentare (1)

 
  • i-bella | 05.10.2010, 16:12

    ich hatte vor 2 jahren auch eine OP

    bei herrn Münch (hüfte und oberschenkel).die ist nicht gut
    gelungen, auf einer seite sind unschöne dellen enstanden und eine
    differenz zwischen den beiden po-hälften - eine ist jetzt
    schmäller als die andere. ein jahr später wurde
    nachbehandelt mit minimalem erfolg....
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Coop-Kunden sollen nicht mehr erfahren, aus welchem Land Importprodukte kommen. «Hergestellt in der EU» genüge. Was halten Sie davon?
Das Herkunftsland muss weiterhin deklariert werden.
Nur das Herkunftsland reicht nicht. Es sollte noch viel detaillierter deklariert werden.
Kein Problem. Ich achte sowieso nicht drauf.
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