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Antibiotika schaden dem Darm – über Jahre hinweg. Dies belegt eine neue Studie. Fachleute raten, die Mittel zurückhaltend zu verwenden.
Mediziner gingen bisher davon aus, dass sich der Darm drei Monate nach einer Antibiotika-Therapie erholt hat. Doch jetzt kommt aus: Nach bis zu vier Jahren finden sich noch Spuren der Therapie im Darm – in Form von Resistenzgenen. Das sagen Mediziner des schwedischen Instituts für Infektionskrankheiten. Sie haben mehrere Versuche mit Bakterienkulturen im Labor und Patientenstudien analysiert.
Studienautorin Cecilia Jernberg mahnt deshalb, Antibiotika sehr zurückhaltend zu verwenden: «Die Gefahr ist gross, dass die Resistenz-gene im Darm während dieser Zeit auch auf Krankheitskeime übergehen und diese resistent machen.» Antibiotika nützen dann nichts mehr gegen die Krankheit.
Beat Müller, Chefarzt am Kantonsspital Aarau, sagt: «Es werden noch immer zu viele Antibiotika verschrieben.» Eine Studie in der Schweiz habe gezeigt, dass Ärzte bei Atemwegsinfekten in drei von vier Fällen unnötig Antibiotika verschreiben. Das gelte vor allem bei Erkältungen, Grippe, Bronchitis, Nebenhöhlen- oder Mittelohrentzündungen.
Solche Krankheiten werden meistens durch Viren verursacht. Dann nützen Antibiotika nichts. Der Arzt sollte deshalb testen, ob der Infekt durch Viren oder Bakterien verursacht ist.
Patienten sollten Antibiotika stets nach Anweisung nehmen. Nimmt man die Mittel zu lange oder nicht regelmässig, fördert das ebenfalls resistente Keime. Zudem kann die Krankheit wieder aufflammen.
07. Dezember 2010 | Sonja Marti, Redaktion Gesundheitstipp
