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Mütter wussten es schon lange: Mütze und Schal schützen vor Erkältungen. Forscher hatten das lange bezweifelt. Jetzt gibt es neue Erkenntnisse.
Wer friert, erkältet sich schneller. Erst jetzt konnten Studien zeigen, dass die Volksweisheit wohl stimmt. Das Schnupfen-Forschungszentrum der britischen Uni Cardiff zeigte dies bei rund 200 gesunden Freiwilligen.
Die Hälfte musste die Füsse in ein Becken mit eiskaltem Wasser halten, die anderen in ein leeres Becken. Diejenigen mit den durchfrorenen Füssen bekamen danach fast dreimal so oft eine Erkältung.
Der Grund: Frieren verschlechtert die Durchblutung, vor allem die der Nasenschleimhaut. Die Forscher vermuten, dass die weissen Blutkörperchen deshalb schlechter zu den Viren vordringen können, um diese zu bekämpfen.
Trotz Kälte – ohne Schnupfenviren gibt es keine Erkältung
Wissenschafter hatten den Zusammenhang zwischen Kälte und Erkältung lange bezweifelt. Experimente in den 50er und 60er Jahren waren gescheitert. Damals träufelten die Forscher Studenten und Strafgefangenen Schnupfensekret in die Nase, stellten die Probanden in den Durchzug oder liessen sie in nassen Socken schlottern.
Die meisten Versuche zeigten kaum einen Unterschied zwischen Frierenden und nicht Frierenden. Zwar gilt heute noch: Es braucht immer den Kontakt mit Schnupfenviren. Ohne diese gibts keine Erkältung.
Die Kälte kann aber beeinflussen, ob die Krankheit ausbricht. Andreas Michalsen, Chefarzt am Berliner Immanuel-Krankenhaus: «Besonders schlecht sind nasse, kalte Füsse.» Damit friert man schnell.
Wie dick man sich einpacken muss, hängt vom eigenen Wärmebedürfnis und von der Körperaktivität ab. «Wenn Kinder draussen rumtoben und rote Backen haben, können sie Mütze und Schal meist ablegen», so Michalsen.
Der Zürcher Hausarzt Thomas Walser sagt: «Kälte ist nur einer von vielen Faktoren, die das Abwehrsystem schwächen.» Um gesund zu bleiben, brauche es viel Schlaf, wenig Stress und allgemein gesundes Verhalten.
16. Januar 2011 | Sonja Marti, Redaktion Gesundheitstipp
