SternSternSternStern (0)Kommentare lesen  Tags  Drucken  Beitrag weiterempfehlen

Artikel | K-Tipp 14/2011

Ziemlich vorlaute Werbung

«CO2-freier Strom aus der Region»: So warb das AKW Gösgen. Das ist unlauter, sagt nun die Lauterkeitskommission.

Heute ist jeder ein ­Klimaschützer: Selbst Autohersteller, Erdölverkäufer und Atomkraftwerkbetreiber wollen das Klima retten. So behaupten sie es zumindest in der Werbung.

Allerdings: Die Lauterkeitskommission, ein Kontrollorgan der Werbebranche, entschied nach Beschwerden immer wieder gegen die selbsternannten Klimaschützer und bezeichnete deren Werbung als unlauter:

  • Die Amag AG warb für einen «sparsamen», «effizienten» Audi. Verbrauch: Nur 1,3 Liter für 100 Kilometer. Die Angabe war aber auf einen Sitzplatz ­berechnet. Der Wagen hat sieben Plätze, also verbraucht er 9,1 Liter.
  • Die Erdölvereinigung behauptete in einer grossen Kampagne: «Heizen mit Öl: Für mehr Klimaschutz». Die Vereinigung konnte ihre Werbeaus­sagen zu wenig fundiert beweisen.
  • Der aktuellste Fall: Das AKW Gösgen sponserte Anfang 2011 die Wettervorhersage des Solothurner Senders «Radio 32»:
    «S Wätter. Präsentiert vom Chärnchraftwärch Gösgä. Mit CO2-freiem Schtrom us de Region.»



Werbeaussage wurde nicht belegt

Hörer protestierten beim Sender und beschwerten sich bei der Lauterkeitskommission. Denn Atomstrom ist nicht CO2-frei.

Die Kommission verlangte vom Atomkraftwerk Gösgen einen Beleg für seine Werbeaussage. Den lieferte man in Gösgen aber nicht.

Die Kommission entschied darauf, das Atomkraftwerk habe unlauter geworben und dürfe nun keine solchen Aussagen mehr verbreiten.

Pikant: «Radio 32» hatte den Spot vor der Veröffentlichung dem Bundesamt für Kommunikation unterbreitet. Dort störte sich niemand an der Falschaussage. Auf Anfrage des K-Tipp hiess es beim Bakom, man sei punkto Lauterkeit nicht zuständig.

Der Sender reagierte auf die kritischen Hörer laut eigenen Angaben und änderte den Spot. Nach Fukushima habe man ganz darauf verzichtet.  

03. September 2011 | Beat Camenzind, Redaktion Online


Beitrag als PDF
Ziemlich vorlaute Werbung
Download PDF 36 KB
SternSternSternStern Artikel bewerten Stichwort hinzufügen
Artikel weiterempfehlen Artikel drucken

Kommentare (0)

 
Urheberrechte
Smartphones und Tablet-Computer sollen teurer werden. Grund ist eine neue Gebühr für Urheberrechte. Was halten Sie davon?
...zum Artikel
Das ist Unsinn. Beim Kauf von leeren CDs und DVDs ist die Gebühr schon enthalten.
Richtig so. Damit werden Künstler unterstützt.
Alle Umfragen

Jetzt unterzeichnen: Volksinitiative
Jetzt unterzeichnen: Volksinitiative
Die Bundesbetriebe sollen nicht Gewinn erwirtschaften, sondern den Bürgern einen guten und bezahlbaren Service bieten.
Verwandte Artikel
«Bünzli: in die Fresse geben» Persönlich: Viele Worte, wenig Sinn Kioskangestellte: Unfreiwillig selbständig
Testsieger für Android-Handys
Testsieger für Android-Handys
Hunderte von Tests in der Hosen­tasche: Die neue App «Testsieger» machts möglich. (beide Apps haben den gleichen Inhalt)
Aktueller Ratgeber
Aktueller Ratgeber
Die Steuerabzüge für Angestellte und Selbstständige (16. Auflage 2012)
Aktuelle Beratungstexte
Hat mein Bruder einen Pflichtteil zugut? Muss ich den Vermieter für die Umtriebe entschädigen? Darf mein Chef Beiträge an AHV, IV und EO abziehen? Alle Beratungs-Artikel
Aktuelle Tests
Elektro-Rasenmäher IPL-Enthaarungsgerät Pommes frites Alle Test-Artikel
Aktuelle Diskussionen
24.05.2012, 13:37 | 4 AntwortenWoher kommen die Albträume? 24.05.2012, 13:28 | 7 AntwortenWas hilft gegen Cluster-Kopfweh? 24.05.2012, 13:27 | 3 AntwortenMyom: Welche Operation ist empfehlenswert? 24.05.2012, 13:26 | 4 AntwortenWie bringe ich den Zungenbelag weg?
Benutzer-Favoriten