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«CO2-freier Strom aus der Region»: So warb das AKW Gösgen. Das ist unlauter, sagt nun die Lauterkeitskommission.
Heute ist jeder ein Klimaschützer: Selbst Autohersteller, Erdölverkäufer und Atomkraftwerkbetreiber wollen das Klima retten. So behaupten sie es zumindest in der Werbung.
Allerdings: Die Lauterkeitskommission, ein Kontrollorgan der Werbebranche, entschied nach Beschwerden immer wieder gegen die selbsternannten Klimaschützer und bezeichnete deren Werbung als unlauter:
Werbeaussage wurde nicht belegt
Hörer protestierten beim Sender und beschwerten sich bei der Lauterkeitskommission. Denn Atomstrom ist nicht CO2-frei.
Die Kommission verlangte vom Atomkraftwerk Gösgen einen Beleg für seine Werbeaussage. Den lieferte man in Gösgen aber nicht.
Die Kommission entschied darauf, das Atomkraftwerk habe unlauter geworben und dürfe nun keine solchen Aussagen mehr verbreiten.
Pikant: «Radio 32» hatte den Spot vor der Veröffentlichung dem Bundesamt für Kommunikation unterbreitet. Dort störte sich niemand an der Falschaussage. Auf Anfrage des K-Tipp hiess es beim Bakom, man sei punkto Lauterkeit nicht zuständig.
Der Sender reagierte auf die kritischen Hörer laut eigenen Angaben und änderte den Spot. Nach Fukushima habe man ganz darauf verzichtet.
03. September 2011 | Beat Camenzind, Redaktion Online
