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Viele Käserinden enthalten das Antibiotikum Natamycin. Hersteller behandeln damit die Rinde von Käsesorten, um Schimmel- und Hefepilze zu verhindern – eine legale Praxis. Doch jetzt warnt die deutsche Konsumentenorganisation Foodwatch: Das Antibiotikum wird als Medikament gegen Pilzkrankheiten verwendet. Damit können sich bei Menschen resistente Keime entwickeln.
Das kümmert die Käseindustrie wenig: Der französische Hersteller Bongrain warb in Deutschland noch bis vor wenigen Tagen «mit essbarer Rinde» – obwohl diese Natamycin enthält. Bongrain produziert Produkte wie Saint Albray, Chaumes und Le Tartare, die auch in der Schweiz erhältlich sind. Nach der Kritik von Foodwatch nimmt Bongrain den Hinweis von den Verpackungen.
Vor einem Jahr wies der «Gesundheitstipp» (11/10) bei 7 von 15 Hart- und Halbhartkäsen in der Rinde Natamycin nach. Am meisten Antibiotika enthielten der französische Gouda und der spanische Manchego. Die Hersteller müssen Natamycin deklarieren, meist als E 235.
Das deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung empfiehlt, die Käserinde bis zu 5 Millimeter tief abzuschneiden.
07. Oktober 2011 | Sabine Rindlisbacher, Redaktion saldo
