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Die Rachenmandeln sind wichtig für die Immunabwehr. Kinder profitieren nur selten von einer Operation. Dies zeigt eine neue Studie.
Kinder sind häufig krank, haben Husten, Schnupfen oder Ohrenschmerzen. Auch die Mandeln im Rachen schwellen an. HNO-Ärzte empfehlen deshalb oft, die Mandeln zu entfernen. Das soll die Anzahl der Infekte vermindern.
Doch jetzt zeigt eine neue Studie: Eine Operation reduziert die Infekte nicht. Die HNO-Ärztin Anne Schilder von der Universität Utrecht in Holland beobachtete zwei Jahre lang 110 Kinder im Alter von 1 bis 6 Jahren. Im Durchschnitt hatten die Kinder acht Atemwegsinfekte im Jahr. Der einen Gruppe entfernten Chirurgen die Mandeln, Kinder der anderen Gruppe mussten abwarten.
Nach zwei Jahren zog die Forscherin den Vergleich. Ihr Fazit: «Operierte Kinder profitierten nicht mehr, als solche, die einfach abwarteten.» Die Operierten hatten jedoch öfters Fieber, da ihnen die Mandeln bei der Immunabwehr fehlten.
Für Anita Niederer vom Kinderspital St. Gallen kann eine Operation dann angezeigt sein, wenn die geschwollenen Mandeln im Rachenraum zu viel Platz einnehmen. Das behindere die Atmung und das Belüften des Mittelohrs. Das kann die Ursache sein für wiederkehrende Mittelohrentzündungen. Das bestätigt auch die Zürcher Schulärztin Silke Schmitt.
Auch Gesundheitstipp-Kinderarzt Pierre Schneider aus Zürich rät Eltern, erst einmal abzuwarten, statt übereilt zu operieren: «Mit zunehmendem Alter der Kinder nimmt die Häufigkeit der Atemwegsinfekte meist von selbst ab.»
04. November 2011 | gro
