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Eine Studie des Bundes zeigt, dass die Konsumenten von den Wechselkursvorteilen bei importierten Gütern aus dem Euroraum kaum profitieren.
Was saldo und «K-Tipp» laufend kritisieren, bestätigt nun eine Studie des Staatssekretariats für Wirtschaft (Seco): Schweizer Konsumenten profitieren beim Kauf von Importwaren wenig bis gar nicht, wenn sich der Franken verteuert. Die Importeure müssen zwar im Ausland für ihre Waren weniger zahlen. Sie geben laut der Studie diese Einkaufsvorteile aber nur zu 40 Prozent und mit einer Verzögerung von 9 bis 12 Monaten an die Konsumenten weiter. Konkret: Zahlt ein Händler für eine Ware im Euroland 10 Prozent weniger, verbilligt er den Schweizer Preis nur um 4 Prozent. Den Gewinn streicht in der Regel der Importeur oder der Händler ein. Im internationalen Vergleich ist diese Weitergabe-Quote unterdurchschnittlich.
Die Autoren hatten für die Studie die Schweizer Preise von 18 Warengruppen mit Herstellerpreisen im Euroraum, die Wechselkurse sowie die Preisdifferenzen zwischen Deutschland und der Schweiz von 2004 bis Juni 2011 verglichen.
Die Studie belegt, dass Importeure und Händler Währungsvorteile besonders zwischen April 2010 und Juni 2011 für sich behielten. In dieser Periode legte der Franken gegenüber dem Euro um 15 Prozent an Wert zu. Die Konsumenten hätten theoretisch laut dem Seco 9 Milliarden Franken weniger für importierte Güter zahlen müssen. Sie haben jedoch davon «nur eine begrenzte Summe» erhalten. Konkrete Zahlen nennen die Autoren für diesen Zeitraum nicht.
Die Autoimporteure warfen dem Seco inzwischen vor, bei der Erhebung nur Listenpreise statt die realen Preise berücksichtigt zu haben. Die Pharmaimporteure betonten, im Sommer die Preise von einem Drittel der Importmedikamente gesenkt zu haben. Das Seco kommt dennoch zum Schluss, dass sich die Schweizer Preise an der Zahlungsbereitschaft der Konsumenten orientieren.
Dafür zahlten Konsumenten zu viel
In folgenden Branchen sanken die Konsumentenpreise laut der Seco-Studie von April 2010 bis Juni 2011:
18. November 2011 | Eric Breitinger, Redaktion saldo
