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Internet-Shops preisen Kerne von Aprikosen als Mittel gegen Krebs an. Doch Fachleute raten, die Kerne nicht zu essen.
Das pakistanische Bergvolk der Hunza leide fast nie an Krebs oder chronischen Krankheiten. Zudem würden die Hunza überdurchschnittlich alt. Ein Grund dafür sei, dass sie wilde Aprikosen mitsamt der Kerne essen würden. Das sagen Internethändler, die getrocknete «Hunza-Aprikosen» oder bittere Aprikosenkerne anbieten. Der Internet-Shop Kaleero.ch schreibt, die «tumorhemmende Wirkung» der Kerne sei «wissenschaftlich eindeutig nachgewiesen».
Doch Rolf Marti, Leiter Forschungsförderung der Krebsliga, sagt: «Keine seriöse Studie konnte beweisen, dass Aprikosenkerne Krebs heilen.» Vielmehr sind die Kerne giftig. Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) rät davon ab, sie zu essen. Hugo Kupferschmidt, Direktor des Schweizerischen Toxikologischen Informationszentrums, erklärt: «Die Kerne setzen beim Verdauen Blausäure frei.» Ein- bis zweimal pro Jahr melden Patienten, die Aprikosenkerne gegessen haben, dem Tox-Zentrum Vergiftungssymptome. Das deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung warnt, wer mehrere Kerne aufs Mal esse, müsse mit Krämpfen, Erbrechen oder Atemnot rechnen, bei grossen Mengen sogar mit Atemlähmung.
Laut BAG-Sprecherin Eva van Beek ist es verboten, Aprikosenkerne als Heilmittel anzupreisen. Zudem seien die Händler verpflichtet, auf die Verpackung zu schreiben, dass sich die Kerne «nicht für den direkten Verzehr» eignen. Auf den Packungen, die der Internet-Shop Kaleero.ch verkauft, steht, die Aprikosenkerne seien ein «Rohstoff zur weiteren Verarbeitung». Dennoch preist Kaleero.ch die Kerne auf der Webseite uneingeschränkt als «vitalstoffreiches Lebensmittel» an. Die Firma Kaleero.ch wollte zur Kritik der Fachleute nicht Stellung nehmen.
10. Februar 2012 | Andreas Gossweiler, Redaktion Gesundheitstipp
