Rotes Kreuz - Millionengewinn dank Blutspenden

saldo 06/2017 vom | aktualisiert am

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Gespendetes Blut ist ein lukratives Geschäft – auch in der Schweiz. Den grössten Teil des Bluts ­verwenden Pharmafirmen zur Herstellung von teuren Medikamenten. Eine TV-Doku­men­ta­tion geht dem Weg des Blutes nach.

Blutspender in Cleveland, Ohio, USA: Geld gegen Blut (Bild: Arte)

Blutspender in Cleveland, Ohio, USA: Geld gegen Blut (Bild: Arte)

Vorletztes Jahr spendeten in der Schweiz rund 311 000 Personen Blut. Die Zahl stammt vom Schweizerischen Roten Kreuz. Nur 20 Prozent des Blutplasmas – des flüssigen Teils des Bluts – kommt aber direkt Patienten zugute. Den Rest verkauft das Rote Kreuz für jährlich 10 Millionen Franken an Pharmafirmen. 

Das Plasma enthält wertvolle Eiweisse, die man für die Herstellung teurer und ­einträglicher Medikamente benötigt. Die Dokumentation «Das Geschäft mit dem Blut» zeigt die Schattenseiten des Geschäfts mit Spenderblut. 

Ein wichtiger Abnehmer von Blutplasma ist die Firma Octapharma mit Sitz in Lachen SZ. Sie kauft nicht nur Blutplasma von ­Spendern in der Schweiz, sondern auch aus den USA. Wer dort Blut spendet, erhält Geld. Manche spenden zweimal wöchentlich, um ihren Lebensunterhalt zahlen zu können. Damit gefährden sie ihre Gesundheit. Das Schweizerische Rote Kreuz ­empfiehlt nicht mehr als zwei Spenden pro Jahr. Die Filmemacher wollten mit Octapharma über die heiklen Spendepraktiken reden. Die Verantwortlichen verweigerten ein Interview.

Die eindrückliche Dokumentation ist zu sehen unter saldo.ch/d844fe

Pierre Monnard,
«Das Geschäft mit dem Blut»,
Schweiz/Frankreich 2016.
52 Minuten, SRF, Arte 2017. 

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Kommentare

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von amangold am
06.04.2017, 22:34

Gratis Blut spenden?

Ab sofort werde ich nicht mehr Blut spenden. Das ist doch der Gipfel der Frechheit. Wir spenden gratis Blut, und das SRK macht damit ein Millionengeschäft.

von Marc Mair-Noack, Redaktion saldo am
05.04.2017, 15:00

Alternative

Eine alternative Blutspende-Organisation ist uns leider nicht bekannt.

von engemic am
31.03.2017, 19:14

Eine Frechheit, dass...

das SRK Spender_innen nicht über dieses Vorgehen und den Verbleib der nicht verwendeten 80% Spenderplasmas informiert. Da man das Blut spendet und unentgeltlich (für Patienten) zur Verfügung stellt, wäre an dieser Stelle komplette Transparenz sehr wünschenswert. Ich persönlich möchte meine nicht verwendeten Ressourcen eigentlich nicht in den Händen von Pharmafirmen wissen oder zumindest wissen, welche Firmen dies sind und in welchem Bereich sie Medikamente produzieren bzw. Forschen. Gibt es womöglich alternative Organisationen, die Blutspenden für Patienten organisieren und von der Praktiken des SRK abweichen?

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