Heuschnupfen: Pollenalarm per Smartphone

saldo 08/2014 vom

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Spezielle Apps sollen Heuschnupfen­patienten vor ­Pollenflug warnen. Doch nicht alle taugen gleich viel.

Pollenflug:  Prognosen per App ungenau (Bild: Prisma)

Pollenflug: Prognosen per App ungenau (Bild: Prisma)

Ob Ambrosia, Hasel oder Erle – es gibt verschiedene Apps fürs Smartphone, die vor Pollen warnen. Sie zeigen an, wo und wie stark in den nächsten Tagen die Pollen vorkommen. So können sich Patienten mit Heuschnupfen rechtzeitig wappnen. 

Doch nicht alle Apps sind uneingeschränkt empfehlenswert (siehe Tabelle). Am meisten leisten «Pollen-Search» und «Pollen-News». Sie sind gratis und warnen vor 15 respektive 14 wichtigen Pollenarten – darunter Hasel, Birke, Esche, Gräser oder Beifuss.  

Grundlage bei beiden Apps sind die Pollenmessstationen von Meteoschweiz, die in der ganzen Schweiz verteilt sind. Anhand der Zahl der Pollen, deren Fluganalyse der letzten Jahre und der aktuellen Wettervorhersage errechnen die Forscher von Meteoschweiz die Vorhersage für die nächsten Tage. «Pollen-News» liefert Prognosen für fünf Tage, «Pollen-Search» für drei Tage. 

Auch die App «Pollenwarner» warnt vor 14 Problempollen. Ihre Daten stammen vom deutschen Portal Wetteronline.de. Dieses betreibt aber keine eigenen Messstationen, sondern erstellt seine Prognosen «aufgrund verschiedener meteorologischer Paramater wie auch meteorologischer Erfahrung». 

Nur wenig Nutzwert hat die «Wetter-App» von Landi. Sie warnt in der Gratisversion nur vor drei Pollenarten. iPhone-Besitzer erhalten gegen einen Aufpreis mehr Angaben: Das Abo kostet 2 Fran-ken pro Monat oder 7 Franken pro Jahr. 

Alle Pollen-Apps haben etwas gemeinsam: Sie sind ungenau. Regionale Besonderheiten wie schattige und sonnige Hänge und entsprechend unterschiedliche Blütenstände berücksichtigen sie nicht. Die Pollenbelastung zwischen den Messstationen ist daher nicht klar. Immunologe Beda Stadler: «Das wiegt Allergiker zuweilen in falsche Sicherheit oder macht unnötig Angst.» 

Andreas Pauling von Meteoschweiz räumt zwar ein, die Stationen würden «nur lokal» messen. Doch für ihn ist das keine ernsthafte Einschränkung: Wenn benachbarte Stationen wie etwa Zürich, Luzern und Münsterlingen TG eine ähnliche Pollensituation anzeigten, dann gelte das oft auch für die Regionen dazwischen.

Für Birke, Gräser und Ambrosia erarbeitet Meteoschweiz zudem zusammen mit dem Karlsruher Institut für Technologie eine flächendeckende Prognose. Diese lässt sich jedoch nur auf der Website von Meteoschweiz abrufen: www.meteoschweiz.admin.ch/web/de/wetter/gesund­heit/pollenprognosen/cosmo-art_pollenprognose.html.

Landi schreibt saldo, man überlege sich, die Informationen über 15 Pollenarten in Zukunft kostenlos anzubieten.    

Buchtipp: Ratgeber «Allergien: Erkennen und behandeln», zu bestellen mit der Karte auf Seite 34.

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