Langsamer als versprochen

K-Tipp 16/2012 vom

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Stromnetz-Adapter für den Internetempfang in der ­ganzen Wohnung erreichen die angegebene Datenleistung meistens nicht.

Den Adapter rein in eine Steckdose – und schon kommt man in der ganzen Wohnung ins Internet. So verspricht es die Werbung. Das tönt ver­lockend, weil bei der drahtlosen Alternative per WLAN das Funksignal oft nicht in allen Räumen empfangbar ist.

Wie gut sind diese Adapter tatsächlich? Die deutsche Computerzeitschrift «c’t» hat in einer 4-Zimmer-Wohnung 13 Adapter getestet. Sie alle liefern laut Herstellern eine Daten­geschwindigkeit bis zu 500 Megabit pro Sekunde. Doch diesen Wert erreichten sie im Test von «c’t» bei weitem nicht. Die Geräte übertrugen nur zwischen 86 und 96 Megabit pro Sekunde – knapp ein Fünftel der versprochenen Leistung. Immerhin: Das günstigste Produkt im Test von Edimax für Fr. 69.90 erreichte die gleich hohen Werte wie die teuren (siehe Tabelle).

Wer sich trotzdem für diese Art der Datenübertragung entscheidet, sollte folgende Punkte beachten:

  • Montage: Man benötigt mindestens zwei Adapter. Der erste dient als Sender, der in die Stromdose gesteckt und ans Internet­kabel angeschlossen wird. Weitere Adapter können dann in andere Steckdosen gesteckt und mit dem Computer verbunden werden.
  • Sicherheit: In Mehr­familienhäusern wird das Internetsignal via Stromleitung auch in die Wohnungen der Nachbarn übertragen. Deshalb unbedingt die vom Hersteller vorgenommene Standardverschlüsselung ändern. Ausnahme: Die Sets von AVM sind bereits mit ­einem individuellen Passwort versehen.
  • Keine Mehrfachsteckdosen: Um eine möglichst hohe Datengeschwindigkeit zu erhalten, sollten die Adapter nicht in ­Mehrfachsteckdosen oder ­Steckdosenleisten gesteckt werden.
  • Stromanschluss: Mit Vorteil wählt man einen Adapter mit integrierter Steckdose. Sonst ist die Dose durch den Adapter blockiert.
  • Energiekosten: Die Adapter verbrauchen wenig Strom (rund 5 bis 10 Franken pro Jahr) – nicht mehr als etwa ein Radiowecker. 
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