Medikamente

Gesundheitstipp 10/2018 vom

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Schmerzen: Schaden meine Medikamente?

«Ich habe Hüftschmerzen. Seit ­einem Jahr nehme ich jeden Tag das Schmerzmittel Inflamac. Ist das schädlich?»

Ja. Schmerzmittel und Entzündungshemmer können starke Nebenwirkungen haben. Es ist zum Beispiel möglich, dass sie Magen­geschwüre auslösen und den Blutdruck erhöhen. Deshalb sollte man sie nicht über längere Zeit einnehmen. Lassen Sie bald ab­klären, warum die Hüfte schmerzt. So kann man die Ursache und nicht die Symp­tome behandeln.

Blasenvorfall: Warum brauche ich Hormone?

«Meine Frauenärztin gab mir Ovestin-Zäpfchen, die ich dreimal pro ­Woche anwenden soll. Ausser einem leichten Blasenvorfall habe ich keine Beschwerden. Brauche ich die ­Zäpfchen wirklich?»

Ja, Sie sollten die Zäpfchen ausprobieren. Sie enthalten nur eine kleine Menge des Hormons Östrogen und helfen, die Schleimhäute zu regenerieren und zu straffen. Die Zäpfchen können sie aber weniger oft einführen, zum Beispiel nur eines alle ein bis zwei Wochen. Wenn Sie ein Produkt auf pflanzlicher Basis ausprobieren möchten, kommt eine Creme mit sibirischem Rhabarber in Frage, etwa die Salbe  Rheum Rhaponticum D2 von Weleda. Man gibt sie mit einem Applikator in die Scheide. Zusätzlich sollten Sie Becken­bodengymnastik machen. Dafür gibt es Kurse oder Bücher. 

Darmoperationen: Gibt es alternative Abführmittel?

«Ich habe bereits drei Darmoperationen hinter mir, zwei davon wegen Darmverschluss. Der Arzt gab mir die Abführmittel Laxiplant und ­Rudolac. Auf Dauer ­widerstrebt mir das. Gibt es Alternativen?» 

Es gibt zwar auch andere Abführmittel. Aber Laxi­plant und Rudolac sind in Ihrem Fall eine gute Wahl. Die Wirkstoffe sind Floh­samen und Lactulose. Beides sind natürliche Mittel. Sie wirken lediglich im Darm, der Körper nimmt sie nicht in den Stoffwechsel auf. Daher kann man sie auch lang­fristig einnehmen. Gerade bei Ihrem Fall, nach zwei Darmverschlüssen, ist es sehr wichtig, dass der Stuhl weich bleibt und den Darm leicht passieren kann. 

Gicht: Ist nun lebenslang Allopur nötig?

«Mein 47-jähriger Sohn hatte einen Gichtanfall. Jetzt muss er das ­Medikament Allopur ­einnehmen. Der Arzt sagte, er brauche es nun für immer. Stimmt das?» 

Nicht unbedingt. Es hängt davon ab, wie sich die Krankheit bei ihm entwickelt. Man kann Gicht auch mit einer gesunden Ernährung beeinflussen. Wichtig ist, dass man die Ernährung umstellt: wenig Fleisch und Fisch, kein Alkohol. Ihr Sohn sollte die Medikamente zuerst eine Zeit lang nehmen und dann in Absprache mit dem Hausarzt eine Pause machen. Der Arzt kontrolliert anschlies­send regelmässig die Blutwerte und den Verlauf der Krankheit. So kann er einschätzen, ob Ihr Sohn Allopur regel­mässig braucht oder nicht.

Beruhigungspille Lexotanil: Muss ich damit aufhören?

«Seit mein Mann starb, bin ich manchmal ­ängstlich und traurig. Dann nehme ich eine Vierteltablette Lexotanil. Es hilft mir sofort. Nun sagt mir eine Kollegin, dass solche Mittel rasch  abhängig ­machen. Muss ich damit aufhören?»

Nein. Sie nehmen nur eine kleine Dosis. Wenn Sie Lexotanil nicht regelmässig nehmen, müssen Sie sich keine Sorgen machen, dass Sie davon abhängig werden könnten. Aufpassen müssen Sie jedoch im Strassenverkehr, auch als Fussgängerin. Denn schon kleine Mengen Lexotanil können Ihre Reaktionen verzögern.

Geschwollenes Bein: Hilft Solum-Öl? 

«Ich brach mir das ­Wadenbein. Nun ist der Gips weg, doch der ­Unterschenkel ist noch immer ­geschwollen. Eine Thrombose ist es nicht. Eine Kollegin hat mir ­Solum-Öl gegeben. Soll ich es brauchen?»

Nein. Solum-uliginosum-­Öl wärmt und fördert die Durchblutung. Das könnte die Schwellung verstärken. Probieren Sie Venadoron-­Gel von Weleda. Es kühlt und schwellt ab. Ausserdem könnten Sie sich Lymphdrainage verordnen lassen. Dabei löst der Therapeut angestaute Flüssigkeit aus dem Gewebe.

Arthrose: Darf ich die Medikamente weglassen?

«Ich habe Arthrose und bekam dagegen Eltroxin und vier weitere Mittel.  Jetzt wechselte ich die Praxis. Der neue Arzt sagt, ich solle nur Eltroxin nehmen. Stimmt das?»

Die vier Medikamente sind nicht lebenswichtig und es ist nicht belegt, dass sie bei Arthrose helfen. Sie können sie gut probehalber weglassen. Werden die Beschwerden nicht schlimmer, setzen Sie die Mittel ganz ab. Auch Bewegung hilft.

Haarausfall: Kann ich Pantogar weiter nehmen?

«Ich habe Haarausfall in der Mitte des Kopfs. Der Arzt gab mir ­die ­Eisenkapseln Ferrum Hausmann. ­Bisher 
nahm ich die Kapseln ­Pantogar. Kann ich sie weiterhin nehmen?»

Ja, Sie können problemlos beide Mittel einnehmen.Wie Sie das Problem beschreiben, könnte es erblich bedingter Haarausfall sein. Dagegen gibt es ein Mittel, das direkt auf der Kopfhaut wirkt: Minoxidil-Lösung. Wenn Sie es vertragen und es wirkt, können Sie es auch längere Zeit anwenden.

Vorhofflimmern: Kann ich die Medikamente weglassen?

«Ich habe ab und zu Vorhofflimmern. Im Spital bekam ich Xarelto, Meto Zerok und Lisinopril. Ich würde gern auf Medikamente verzichten. Kann ich damit aufhören?»

Nein, Sie sollten sie nicht von sich aus absetzen. Vorhofflimmern kann gefährliche Blutgerinnsel auslösen. Besprechen Sie mit Ihrem Hausarzt, wie gross Ihr Risiko dafür ist. Wenn man selten Vorhofflimmern hat, muss der Arzt gut abwägen: Auf der einen Seite stehen die Risiken der Rhythmusstörung, etwa eine Embolie. Auf der anderen Seite stehen die Risiken der Medikamente, zum Beispiel Blutungen sowie Nebenwirkungen wie Schwindel und Kopfschmerzen.

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