Meditel: Allergien

Gesundheitstipp 04/2014 vom

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Welcher Nasenspray ist bei Heuschnupfen geeignet? Was hilft gegen Hausstaub­milben? Die Ärztinnen Elisabeth Wanner und Stephanie Wolff gaben am Telefon Rat.

Allergien: Die Gesundheitstipp-Expertinnen beantworten die Fragen der Leserinnen und Leser

Wie läuft eine Immuntherapie ab?

«Ich interessiere mich für eine Immuntherapie gegen Heuschnupfen. Wie läuft diese ab?»

Bei der klassischen Immuntherapie bekommen Sie anfangs jede Woche und später jeden Monat eine Spritze in den Oberarm. Die Therapie dauert mindestens drei Jahre. Langfristig ist sie meistens erfolgreich. Es gibt auch eine Kurzzeit-Immuntherapie. Dabei bekommen Sie vor der Pollen­saison wöchentlich eine Spritze, insgesamt sechs bis sieben Mal. Dies wird während drei Jahren wiederholt. Hier ist aber noch nicht ausreichend bewiesen, dass die Therapie langfristig nützt.     (wa)

Welche Augentropfen sind geeignet?

«Ich brauche jeweils mindestens sechs Monate lang Augentropfen gegen meine Pollenallergie. Ich verwende Spersallerg oder Livostin. Sind sie für mich geeignet?»

Nein. Beide Augentropfen sollten Sie nicht so lange verwenden. Livostin enthält einen problematischen Konservierungsstoff. Spersallerg ist eine Kombination von einem antiallergischen Wirkstoff und einem Stoff, der die Gefässe verengt. Auch diesen sollte man nur kurzfristig benutzen. Ich empfehle Ihnen Augentropfen, die nur einen antiallergischen Wirkstoff enthalten, wie zum Beispiel ­Zaditen.     (wo)

Enthalten alle Spritzen Aluminium?

«Ich möchte eine Immun­therapie gegen meine Pollenallergie machen. Jetzt habe ich gelesen, dass diese Spritzen Aluminium enthalten. Gilt das für alle Produkte?»

Nein. Die meisten Mittel für die Immuntherapie enthalten kein Aluminium. Am besten informieren Sie den Arzt, dass Sie ein Präparat ohne Aluminium möchten.     (wa)

Was tun gegen stets tränende Augen?

«Ich bin allergisch auf Roggenpollen, Katzenhaare und Hausstaubmilben. Deshalb verwende ich seit Jahren Augentropfen und Nasenspray. Unterdessen wirken sie nicht mehr so gut, die Augen tränen immer. Was tun?»

Sie sollten nicht jahrelang täglich Allergiemittel nehmen. Setzen Sie diese nur während der Roggenpollensaison ein oder wenn die Beschwerden besonders stark sind. Gegen Hausstaubmilben helfen milbendichte Überzüge für Matratze und Kissen sowie eine synthetische Bettdecke, die Sie bei mindestens 60 Grad waschen können. Wischen Sie die Böden in Ihrer Wohnung häufig feucht und lüften Sie regelmässig. Auch ein Staubsauger mit Hepa-Filter kann nützlich sein. Er hält fast alle Staubpartikel zurück.     (wo)

Herzrasen wegen Allergie-Tabletten?

«Ich bin auf Pollen allergisch und nehme dagegen Aerius-Tabletten. Seither habe ich ge­legentlich Herzrasen. Kann dies mit den Tabletten zusammenhängen?»

Das ist möglich. Aerius kann wie alle Heuschnupfentabletten Herzrasen verursachen. Sie sollten die Beschwerden beim Hausarzt abklären lassen. Es wäre vielleicht besser, wenn Sie gegen den Heuschnupfen keine Tabletten, sondern je nach Beschwerden Augentropfen und Nasenspray verwenden.      (wa)

Was halten Sie vom Nasenspray Avamys? 

«Aus Japan habe ich Avamys mitgebracht. Dieser Nasenspray hilft mir gut. Ist Avamys empfehlenswert und gibt es ihn auch in der Schweiz?»

Avamys ist ein eher neues Produkt, das es auch in der Schweiz gibt, allerdings nur gegen ein Rezept vom Arzt. Der Nasenspray enthält Kortison und wirkt gut.     (wo)

Kein Livostin mehr für die Augen?

«Ich verwende jeweils zwei Monate pro Jahr Livostin-Augentropfen. Im Gesundheitstipp-Test schnitten diese nur «genügend» ab. Muss ich ein anderes Präparat nehmen?»

Nicht unbedingt. Wenn Sie die Tropfen nur für die erwähnte Zeit nehmen und Sie sie gut vertragen, spricht nichts dagegen. Livostin enthält ein Konservierungsmittel, das die Augen zusätzlich reizen kann. Eine Alternative sind Augentropfen in Einzelportionen.     (wo)

Kann ich Kortison kurzfristig reduzieren?

«Gegen meine Gräserallergie verwende ich während sechs bis acht Wochen pro Jahr den Kortisonspray Nasonex. Gegen Ende der Saison reduziere ich die Dosis von zwei auf einen Sprühstoss pro Nasen-loch. Das ist schneller als auf der Packungsbeilage empfohlen. Ist das in Ordnung?»

Ja. Wenn Sie die Beschwerden unter Kontrolle haben, können Sie die Dosis auch schneller reduzieren. Sie können den Spray auch zwischendurch absetzen, wenn sich eine längere Schlechtwetterperiode anbahnt. Danach sollten Sie ihn aber rechtzeitig wieder ­anwenden, weil das Kortison nicht ­sofort wirkt.     (wo)

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