Mit Bio-Milch gegen den Herzinfarkt

Gesundheitstipp 2/2007 vom

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Bio-Milch enthält deutlich mehr gesunde Omega-3-Fettsäuren als Milch von konventionellen Bauernhöfen. Das zeigt eine Stichprobe des Gesundheitstipp.

Konsumenten essen immer häu?ger fetten Fisch und Rapsöl, weil sie viel Omega-3-Fettsäuren enthalten. Diese halten das Blut flüssig und schützen so das Herz. Doch viele wissen nicht, dass es auch in der Milch Omega-3-Fettsäuren hat. Jetzt zeigt eine Stichprobe des Gesundheitstipp: In der Bio-Milch hat es durchschnittlich rund einen Drittel mehr als in der Milch aus konventionellen Betrieben (siehe Gra?k).

Der Gesundheitstipp liess 14 Proben Vollmilch aus verschiedenen Läden der Deutschschweiz untersuchen. Ernährungsfachleute empfehlen Vollmilch trotz des höheren Fettanteils. Der Grund, so Gesundheitstipp-Ernährungsberaterin Carine Buhman: «Im Milchfett sind nicht nur gesunde Fettsäuren, sondern auch wichtige fettlösliche Vitamine wie A und D enthalten.»


Am schlechtesten schnitt die Aldi-Milch ab

Am meisten Omega-3-Fettsäuren enthielt Bio-Vollmilch von Coop aus den Regionen Napfgebiet und Graubünden: In einem Deziliter steckten 35 Milligramm der wertvollen Fettsäuren. Der tägliche Bedarf beträgt 500 bis 1000 Milligramm. Drei Deziliter dieser Milch decken bereits rund einen Fünftel davon ab.

Ähnlich hohe Werte hatten die Bio-Vollmilch Ostschweiz von Coop, die Bio-Milch von der Käserei Riggisberg BE und die Bio-Milch aus der Migros Zähringer in Bern (siehe Tabelle). Unter 25 Milligramm enthielt die Vollmilch aus konventionellen Betrieben von Coop und Migros in Zürich und Emmi von Carrefour in Schönbühl. Am schlechtesten schnitt die Vollmilch Desira von Aldi in Zollikofen BE ab.

Fachleute erstaunt das Ergebnis nicht. Daniel Wechsler von der Forschungsanstalt Agroscope ALP im Berner Liebefeld: «Entscheidend für den Gehalt an gesunden Fettsäuren ist das Futter der Kühe.» Eine Kuh, die vorwiegend Gras und Heu frisst, produziert mehr gesunde Fettsäuren in der Milch. Und das ist in der Regel bei Bio-Betrieben der Fall.

Eine Kuh hingegen, die viel Kraftfutter erhält, produziert weniger Omega-3-Fettsäuren. Daniel Wechsler erklärt: «Hochleistungskühe in konventionellen Milchbetrieben brauchen mehr Kraftfutter, weil sie mit Raufutter ihren hohen Energiebedarf gar nicht decken könnten.»

Auch Berg- und Alpenmilch weist meist deutlich mehr gesunde Fettsäuren auf. Das hat Wechsler bei der Untersuchung von Alpbutter festgestellt. Der Grund: «In höheren Lagen setzen Bauern vorwiegend Kuhrassen ein, denen sie Rau- statt Kraftfutter geben können.»

Doch ausgerechnet die Heidi Bergmilch aus konventionellen Betrieben von Migros schneidet in der Stichprobe mit 26 mg Omega-3-Fettsäuren bescheiden ab. Denn im Gegensatz zu Bio-Milch ist Bergmilch eine reine Herkunftsbezeichnung. «Sie garantiert keinesfalls, dass die Kühe wenig Kraftfutter erhalten», sagt Daniel Wechsler. Zudem ist der Begriff Bergzone weit gefasst. Für Migros-Sprecherin Monika Weibel ist der Wert dennoch «in Ordnung». Bei der Bio-Milch schnitt «Natürli» vom Zürcher Berggebiet am schlechtesten ab. Für Edgar Rüegg von der Käserei Hinwil liegt dies innerhalb der «normalen Schwankungen».


Teilentrahmte Milch: Viel weniger gute Fettsäuren drin

Auch Sepp Gisler von Emmi wiegelt das schlechte Abschneiden ihrer Milch ab: Der Anteil von Omega-3-Fettsäuren in Milch sei generell bescheiden. Er emp?ehlt mit Omega-3-Fettsäuren angereicherte Produkte - wie sie Emmi im Angebot habe. Auch Eva-Maria Bauder von Denner sagt, der Anteil von Omega-3-Fettsäuren sei relativ klein. Aldi wollte sich zu den Resultaten nicht äussern.

Omega-3-Fettsäuren können vor allem dann gut wirken, wenn es gleichzeitig nicht zu viel Omega-6-Fettsäuren hat. Ernährungsfachleute empfehlen, das Verhältnis von Omega-6- zu Omega-3-Fettsäuren solle nicht höher als 5:1 sein. Alle Milchproben waren deutlich darunter. Doch auch hier zeigte sich: Bio-Milch hatte durchschnittlich das bessere Verhältnis (siehe Tabelle).
Zum Vergleich liess der Gesundheitstipp auch UHT- und teilentrahmte Milch von Coop und Migros untersuchen: Die Werte der UHT-Milch entsprachen jenen der pasteurisierten Vollmilch. Milchdrink hingegen hatte deutlich weniger Omega-3-Fettsäuren drin: Beide Proben enthielten gerade noch 14 Milligramm. Fachmann Wechsler begründet dies so: «Beim UHT-Verfahren verändert sich die Fettzusammensetzung nicht.» Hingegen nehme bei teilentrahmtem Milchdrink der Anteil an Omega-3-Fettsäuren parallel zum gesamten Fett ab.
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