Schlankheitswerbung - Lügenfirmen gehts an den Kragen

saldo 19/2000 vom

Ganz- oder doppelseitige Inserate versprechen wahre Wunder im Kampf gegen überflüssige Pfunde. "Frau H. aus B. hat es geschafft, innerhalb von zwei Monaten 15 Kilo weniger auf die Waage zu bringen! Ohne ihre Ernährung umzustellen oder mehr Sport zu treiben!" Falsche oder gekaufte Wissenschafter, Ernährungsberater oder Stars sollen die Wirksamkeit der Mittel noch unterstreichen. Selbst vor der Veröffentlichung von gefälschten Vorhernachher-Fotos schrecken die Werber nicht zurück.

Eines ist klar: Das Geschäft mit den falschen Versprechungen boomt für die Versandhändler. Allein die beiden grössten Firmen inserierten in den ersten neun Monaten dieses Jahres zusammen für über eine Million Franken in Zeitungen und Zeitschriften.


18 Firmen haben jetzt eine Klage am Hals

Auch die Verlage profitieren von happigen Inserateeinnahmen. Doch nicht immer: Der "Blick" musste nach einer Verfügung des kantonalen Labors die Inserate für Ananas- und Grünteekapseln stoppen. Verlagsdirektor Bruno Blaser beziffert den Schaden auf rund 800 000 Franken. Doch es könnte noch schlimmer werden.

Die Stiftung für Konsumentenschutz (SKS) hat gegen 18 Firmen Klage eingereicht, die den Konsumenten in Schlankheitsmittelinseraten das Blaue vom Himmel versprechen. Neben den Bezirksanwaltschaften sind auch die Kantonschemiker aufgefordert, aktiv zu werden.

Viele Produkte verstossen nach Meinung der SKS gegen das Lebensmittelgesetz. Etwa das Turbo-Schlankpflaster, welches "Seegras freisetzt und dabei Fett verbrennt". Oder Ananas-Kapseln, Grüntee und japanische Algen, die Gewichtsabnahmen bis zu 30 Kilo versprechen.

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