Sich verbessern bis zur Erschöpfung

saldo 13/2018 vom

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Muskeln und Ausdauer trainieren, gesünder leben, mehr Freizeit: Die Ratgeber­literatur inklusive Websites und Apps ist uferlos. Eine Dokumentation hinterfragt den Zwang zum Optimieren.

Meist beginnt es mit einem guten Ziel: Man will seine Stärken und Schwächen erkennen. Doch unter Gruppendruck wird schnell ein Zwang daraus. Wer nicht ständig an sich feilt, ist out. Das Selbstoptimieren ist die Norm, der man genügen muss. Versager stehen am Pranger. 
 
Auch Kinder und Jugendliche sind vor dem Druck nach Selbstverbesserung nicht gefeit. Und ein Vater zeigt im Film, mit welcher wissenschaftlichen Methode er den optimalen Namen für sein Kind ­gefunden hat. Ein anderer präsentiert vor derKamera eine Kiste mit all seinen ­Medikamenten zur Verbesserung des ­Gedächtnisses und zur Steigerung der Konzentrationsfähigkeit. Nur mit diesen Mitteln fühlt er sich für ein gesundes Leben gewappnet. 
 
Im Dokfilm kommen Fitnesstrainer und ­Gesundheitsberater ebenso zu Wort wie die Kritiker des Verbesserungswahns. Ihr ­Haupteinwand: Durch den vorge­gebenen Optimierungszwang verlernt man, selbst zu entscheiden, was ­einem gut tut.
 
«Du sollst dich optimieren.» 
Ein Film von Reinhild Dettmer-Finke. 
57 Minuten, Arte, SRF, ZDF 2017
 
Der Film ist zu sehen unter: saldo.ch/optimieren
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