Start frei für die «Aktion Volkslauf»

Gesundheitstipp 04/2014 vom | aktualisiert am

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Mit einem Leistungstest hat für drei Gesundheitstipp-Leserinnen die «Aktion Volkslauf» begonnen. Sie ­müssen sich noch ganz schön anstrengen für ihr Ziel: einen Laufwettkampf im Juni.

Dienstagmorgen, 11 Uhr, Sportklinik «Balgrist move med» in Zürich. Ursula Wyss keucht auf dem Laufband. Die letzte Minute des Lauftests ist angebrochen. Das Tempo: 12,6 Stundenkilometer. Ihr Kopf ist rot, die Backen sind gebläht, der Atem pfeift. «Ich kann nicht mehr», ruft Wyss. Doch Trainingsspezialist Sandro Galli feuert sie an: «Durchhalten, nur noch 30 Sekunden.» Dann ist es geschafft.

Die 45-jährige Ursula Wyss aus dem solothurnischen Niederwil macht bei der «Aktion Volkslauf» des Gesundheitstipp mit, zusammen mit Irma Süess und Stefania Howald. Der Gesundheitstipp hat die drei Frauen aus den zahlreichen ­Anmeldungen ausgewählt und be­gleitet sie bei der Vorbereitung für einen Volkslauf Mitte Juni. Die drei sind unterschiedlich gut in Form. Ursula Wyss hat nach längerer Pause im letzten Herbst wieder begonnen, regel­mässig zu joggen. Die 53-jährige Irma Süess aus Eich LU ist An­fängerin im Laufen. Ausser gemütlichen Wanderungen und Spaziergängen hat sie bisher keinen Sport getrieben. Die 46-jährige Stefania Howald aus Lyss BE ist eine routinierte Läuferin. Zudem macht sie auch Krafttraining. 

Mit dem Test stellt das Team von Sportarzt Walter O. Frey fest, wie fit die ­Läuferinnen sind. Aufgrund der Resultate stellen ihnen die Fachleute der Sportklinik einen Trainingsplan zusammen. Er soll den Frauen zeigen, wie sie ihr Ziel am besten erreichen. 

Der wichtigste Teil der Unter­suchung ist der Laktatstufentest. Dazu müssen die Kandidatinnen auf dem Laufband rennen. Alle drei Minuten steigert es die Geschwindigkeit. Dies so lange, bis die Leistungsgrenze erreicht ist. In den kurzen Pausen dazwischen nimmt der Fachmann einen Tropfen Blut vom Finger, um den Laktatwert im Blut zu messen. Dieser Stoff entsteht vermehrt, wenn den Sportlern die Puste ausgeht. Dann reicht der ­Sauerstoff aus der Atmung nicht mehr aus, um ge­nügend Energie für die Muskelarbeit zu gewinnen. 

Je besser man trainiert ist, desto langsamer steigt der Laktatwert, wenn man sich körperlich anstrengt. Dies zeigt sich bei den drei Läuferinnen anschaulich: Einsteigerin Irma ­Süess war am schnellsten ausser Atem. Ihr Laktatwert stieg denn auch am raschesten an. Bei der trainierten Stefania Howald er­höhte sich der Wert hingegen nur langsam.

Alle drei Läuferinnen müssen mehr trainieren

Der Test liefert ausserdem Informationen, wie der Trainingsplan der Kandidatinnen für die kommenden Wochen aussieht (mehr dazu auf dem Gesundheitstipp-Blog). Es stellt sich heraus: Alle drei müssen gehörig die Ärmel hochkrempeln, wenn sie ihr gestecktes Ziel er­reichen ­wollen. 

Süss hat sich vorgenommen, am Hellebardenlauf in Sempach LU die Strecke von 5,8 Kilometern zu laufen. Trainingsspezialistin Nicole Naef sagt: «Irma Süess muss zuerst eine Grundkondition aufbauen.» Programm für die nächsten zwei Wochen: Dreimal wöchentlich eine bis zwei Stunden zügig gehen. Je nachdem könne Süess dann mit ­einigen Minuten Joggen beginnen. Der Computer hat berechnet, dass für Süess pro Trainingseinheit ein Pulsschlag von 110 bis 125 pro Minute optimal ist. 

Ursula Wyss will am Frauenlauf in Bern 10 Kilometer rennen. Und zwar in «deutlich unter einer Stunde», wie sie sagt. Bisher trainierte sie zweimal pro Woche. Doch das reiche nicht aus, sagt Fachmann Galli. Deshalb muss Wyss jetzt an drei Tagen in der Woche trainieren. Ihr Programm: Zweimal wöchentlich ein Dauerlauf von einer bis zwei Stunden bei einem Puls von 140 bis 150. An einem weiteren Tag pro ­Woche soll Wyss während eines einstündigen Dauerlaufs mehrere Sprints einlegen. Bei diesem Intervalltraining sollte der Puls auf ­mindestens 165 Schläge ansteigen. Galli: «Damit Ursula Wyss Fortschritte macht, muss sie sich mehr anstrengen als bisher.» 

Stefania Howald möchte an den Bieler Lauftagen am Halbmarathon starten – das sind 21,1 Kilometer. Auch ihr empfiehlt Trainingsexperte Galli ein Intervalltraining. Weiter muss sie ihre Ausdauerleistung steigern und längere Laufstrecken bewältigen. Das Rezept: Pro Woche drei Läufe von ein bis zwei Stunden Dauer. Trainingspuls für Howald: 145 bis 155.

Am Ende des Tests in der Sportklinik sind die Teilnehmerinnen zwar müde, aber voll motiviert. Irma Süess freut sich aufs Training. Ursula Wyss sagt: «Jetzt habe ich den Kick, den ich gebraucht habe.» Und Stefania Howald will am Halbmarathon zeigen, «dass ich besser geworden bin».

Trainings-Blog zur Aktion ­Volkslauf: Diskutieren Sie mit!

Jede Woche berichten die Teilnehmerinnen über ihre Erfahrungen auf dem Gesundheitstipp-Blog. Diskutieren Sie mit!

Lesen Sie in der nächsten Ausgabe, wie es den Kandidatinnen im Training läuft. Machen sie Fortschritte? Mit welchen Prob­lemen kämpfen sie?

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