Teppich als Wärmeisolation?

24. Januar 2009

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Hallo zusammen Ich habe beim Einzug in meine Wohnung mit dem Einverständnis der Vermieterin den über 20jährigen Teppich herausgenommen (in einem Zimmer hat sie es selber machen lassen vor meinem Einzug, den Rest habe ich selber bezahlt). Unter meiner Wohnung befinden sich Keller, Treppenhaus und eine alte Mosterei. Nun ist der Boden im Winter immer eiskalt und es zieht durch die Ritzen des alten Riemenbodens. Meine Vermieterin meinte nun, der Teppich habe früher halt den Boden isoliert und sieht somit keinen Handlungsbedarf. So muss ich nun halt die Heizung einfach mehr aufdrehen (die ich zu meinem Glück nicht bezahlen muss, da ich keine Nebenkosten zahlen muss). Es ist aber dennoch unangenehm. Ist der Teppich wirklich ein so guter Wärmeisolator oder gibt es einem nur das Gefühl, dass es wärmer ist? Gibt es so etwas wie eine Mindesttemperatur, die ein Boden haben muss? Kann ich etwas machen, dass sie die Kellerräume und die Mosterei isoliert? Herzliche Grüsse
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Kommentare

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von ruedi736 am
12.03.2009, 15:08

Bin gegen diese Folien.

Die Folien wie beschrieben sind nicht alterungsbeständig, d.h. mit zunehmendem Alter reissen diese Folien, die Gründe sind verschieden je nach Material. Eine F2 Dachpappe mit einer Bitumenschicht ist jedoch alterungsbeständig, stellt eine sehr gute Dampfsperre dar und ist nicht teuer. Der einzige Fehler bei meinen Ausführungen unten ist, dass ich vergessen habe, zum Schutz des Riemenbodens die Verlegung eines Filzes zu empfehlen, damit die F2 nicht mit dem Riemenboden verklebt. Für die F2 genügt eine sich überlappende Verlegung von etwa 10 cm, sie braucht nicht verschweisst zu werden, so nimmt sie auch jede Bewegungen im Boden des Gebäudes auf. Auf andere Abdichtungen in den Räumen habe ich nicht hingewiesen, die Frage betraf nur den Boden. Der grösste Fehler welcher man heute bei Minergie- und anderen Häusern macht ist, dass man nicht darauf achtet, dass Wärmedämmungen und Isolationen nicht mehr diffusionsfähig sind, die Innenluft zu feucht bleibt und krank macht. Man sollte beim Bauen bei den Materialien darauf achten, dass ein Diffusionsgefälle nach aussen besteht welches von selbst wirkt.

von brobro am
12.03.2009, 10:50

sowohl als auch ...

Gegen den Luftzug, den es durch den Riemenboden gibt, hilft vermutlich auch, wenn die Fenster besser abgedichtet werden (dies kann man selbst tun). Wo keine warme Raumluft hinaus kann, dort kann auch keine kalte Luft irgendwo nachströmen. und wenn abdichten, so muss dies eben nicht nur mit überlappenden "Dachpappen" geschehen, sondern viel besser mit winddichten folien oder "Windpapieren", welche nicht nur überlappen, sondern miteinander verklebt werden. Solche Folien wie auch die entsprechenden Klebbänder gibt es im Baumarkt. Ein Teppich bewirkt vor allem, dass dem Fuss, wenn wir barfuss oder nur in Socken gehen, weniger wärme entzogen wird, da die Obersten paar Milimeter der gesamten Bodenkonstruktion wärmedämmend sind. Diese par Milimeter reichen aber nicht dazu aus, dass die Bodenkonstruktion grundsätzlich gut wärmegedämmt wäre. Dazu wäre es nötig, die Kellerdecke von unten mit möglichst 8 cm oder mehr Wärmedämmung (z.B. Mineralwolle) zu versehen. In manchen Kantonen sind solche Dämmassnahmen subventionsberechtigt, in anderen wird dies demnächst der Fall sein.

von ruedi736 am
11.03.2009, 20:50

Kleine Empfehlung.

Mit einer dünnen Dachpappe z.B. einer F2 kann der Boden winddicht gemacht werden, direkt überlappend auf den Boden ohne Schweissen etc. verlegen. Keine Kunststofffolien verwenden, da diese in einigen Jahren brüchig und undicht werden. Darüber wenn erwünscht, eine dünne Trittschaldämmung aus einem Glasvlies und dann einen Spannteppich im ganzen Raum verlegen. Teppiche haben tatsächlich eine gute Wärmedämmung. Der Boden sollte mit diesen Massnahmen fast so warm werden wie der Raum selbst. Kalte Böden sind der Gesundheit sehr abträglich, da lohnt sich das bisschen Geld für die obigen Aufwendungen.

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