Unlautere Schlankheitswerbung - Genug! SKS reicht 18 Strafanzeigen ein

K-Tipp 19/2000 vom

Übertrieben, falsch und teuer: Kaum zu glauben, mit welcher Unverfrorenheit manche Firmen für nutzlose Schlankheitsmittel werben. Jetzt reichts: Mit 18 Klagen geht die SKS gegen diese unverschämten Firmen vor.

«Sie treiben Schindluder mit den Sehnsüchten Übergewichtiger», wirft ein enttäuschter Kunde einer solchen Firma vor. Trotz teurem Schlankheitsmittel hat er nicht ein einziges Gramm abgenommen. Dabei scheint Abnehmen so leicht: Die meisten Mittel - ob Ananaskapseln, Thermo-Hosen, Turbo-Schlankpflaster oder Ohrclips - lassen die Pfunde scheinbar schmelzen wie Schnee an der März-Sonne. Das Strickmuster der Werbesendungen ist immer dasselbe: Versprochen wird eine rasche Gewichtsabnahme, ohne Diät, ohne Gymnastik oder zusätzliche Massnahmen.

Tatsächlich eine unappetitliche Post, welche zahlreiche LeserInnen auf unseren Aufruf hin geschickt haben. Inserate, die sogar in den Zeitungen von Coop, TCS und SBB erschienen, sowie persönlich adressierte Werbesendungen landeten bei der SKS haufenweise.

Gleich doppelt unfair und zudem verboten: Werbung für Schlankheitsmittel, die mit Gewinnversprechen gekoppelt sind. Die Kundin muss das Schlankheitsmittel meist sehr schnell (und damit wohl unüberlegt) bestellen, damit der Geldgewinn nicht verfällt; dieser trifft ohnehin nie ein...

In den Briefen kommen auch Enttäuschung und Ärger über die Firmen an den Tag. Etliche Leute schrieben: «Es ist an der Zeit, dass jemand etwas unternimmt!»

Genau das macht die SKS: Sie erstattete 18 Strafanzeigen gegen Firmen wegen unlauteren Wettbewerbs und Verstoss gegen das Lebensmittelgesetz. Die SKS hat auch Kantonschemiker aufgefordert, gegen diese unverfrorene, irreführende Werbung und die falschen Versprechungen vorzugehen.

Damit deckt die SKS quasi flächendeckend eine ganze Branche mit Klagen ein und hofft, sie lahm zu legen. Denn diese zwielichtigen Firmen machen Millionenumsätze auf Kosten von Menschen, die Hilfe und Unterstützung benötigen. Nun soll diesem unsäglichen Geschäft endlich der Riegel geschoben werden.

Josianne Walpen
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