Versicherung mit Selbstbehalt

12. Juli 2019

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Mein Ex-Mann schuldet mir seit Jahren Erwachsenen-Alimente. Ich habe die Sozialbehörden seit Jahren darauf aufmerksam gemacht (zum Glück) und es wurde mir immer versprochen, dass sie sich darum kümmern. Jetzt haben sie nach etlichen Jahren festgestellt, dass das ganze verjährt ist und sie meinen Ex-Mann nicht mehr belangen können. Jetzt zahlt mir jedoch die Versicherung der Gemeinde den Betrag aus, jedoch mit einem Selbstbehalt von 10%! Ich finde das nicht richtig, dass ich einen Selbstbehalt bezahlen muss, es ist ein recht hoher Betrag, den ich nicht auf mein Verschulden abgeben muss. Darf die Gemeinde diesen Selbstbehalt von mir überhaupt fordern?

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von Sirio am
15.07.2019, 09:30

Pflicht zur Inkassohilfe

Die Bevorschussung von Alimenten (an Kindern) und Unterhaltsbeiträgen (an Erwachsenen) ist kantonal geregelt. Im Kanton Bern etwa ist die Gemeinde gesetzlich verpflichtet, Kinderalimente vorzuschiessen sowie Inkassohilfe für Rückstände zu leisten. Unterhaltsbeiträge für Geschiedene (nachehelicher Unterhalt) sind nicht vorschusspflichtig, es besteht jedoch ein Anspruch auf Inkassohilfe. Sofern Sie nicht zufällig im Kanton Bern wohnen, ist also vorerst zu klären, ob das Gesetz in Ihrem Wohnkanton die Gemeinde zur Inkassohilfe verpflichtet. Davon ist indessen stark auszugehen, denn sonst hätte die Haftpflichtversicherung kaum eine Leistung erbracht. Sie müssten sich also zur Sicherheit über die Regelung in Ihrem Wohnkanton informieren, doch ich bin mir ziemlich sicher, dass Ihnen die Gemeinde den abgezogenen Selbstbehalt vergüten muss. Erkundigen Sie sich allenfalls auch über Möglichkeiten zur unentgeltlichen Rechtsberatung in Ihrer Wohnregion (z.B. Sozialdienst einer Kirchgemeinde).

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