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Artikel | Gesundheits-Tipp 11/2008

Farbstoffe: Gefahr für unsere Kinder

Eine Stichprobe zeigt: In Kindernahrung hat es grosse Mengen gefährlicher Farbstoffe. Sie machen Kinder zappelig und können Allergien auslösen. Nur ein Verbot löst das Problem.

Rot, orange, grün und pink – in knalligen Farben leuchten Bonbons, Fruchtgummis und Sirup vom Ladenregal. Die bunten Produkte wirken auf Kinder unwiderstehlich. Doch meist sind sie mit künstlichen Farbstoffen gefärbt. Und die sind weitgehend aus Erdöl hergestellt und fördern Allergien und Hyperaktivität.

Die Hersteller müssen zwar die Farbstoffe auf die Packung schreiben. Doch der Gesundheitstipp wollte wissen, welche Mengen enthalten sind und ob die Deklaration auch wirklich stimmt. Er liess deshalb zwanzig Sirupe, Wasserglaces, Bonbons und Fruchtgummis im Labor untersuchen (siehe Tabelle im pdf-Artikel).

Das Resultat: Einige Produkte enthielten beträchtliche Mengen an Farbstoffen. Eine Frisco Rakete Jelly und ein Säcklein Trolli Saure Glühwürmchen enthalten zum Beispiel zusammen rund 6,5 Milligramm Cochenillerot (E 124). Das kann bereits die Gesundheit beeinträchtigen, wie eine britische Studie zeigte: 8- bis 9-Jährige nahmen diese Menge Cochenillerot zusammen mit anderen Farb- und Konservierungsstoffen ein. Folge: Sie wurden unkonzentriert und zappelig. Zudem können bei sensiblen Kindern bereits ab 1 Milligramm allergische Reaktionen auftreten.

Der Gesundheitstipp deckte auch bei der Deklaration Mängel auf: Die Frisco Raketen-Glace Jelly enthält Patentblau (E 131), das nicht auf der Packung aufgeführt ist.

Und bei den Zile Sunmix Fruchtbonbons ist das Allurarot (E 129) nicht deklariert.

Kinderärztin Regina Müller aus Zürich hält die Resultate für alarmierend: «Solche Produkte sollte man wie Zigaretten mit deutlichen Warnhinweisen versehen.» Gerade Kinder müssten vor schädlichen Stoffen geschützt werden. Laut Ernährungsfachfrau Carine Buhmann aus Liestal BL gibt es genügend natürliche Farbstoffe als Alternative, wie zum Beispiel Randensaft. «Künstliche Farbstoffe haben in Kindernahrung nichts zu suchen. Ein Verbot wäre sinnvoll», sagt Buhmann. Dasselbe fordern auch die Ärztinnen und Ärzte für Umweltschutz. Der Gesundheitstipp macht jetzt Druck auf die Behörden und lanciert eine Petition (siehe unten).

Die Firmen betonen, die Farbstoffe seien zugelassen und damit sicher. Die Migros will sich aber überlegen, ob sie in Kinderprodukten künftig auf künstliche Farben verzichten will. Coop will dies bis 2012 bei Eigenmarken tun, weil es «einem Kundenbedürfnis» entspreche. Auch die Firma Zile ist laut eigenen Angaben daran, auf natürliche Farbstoffe umzustellen.

Eurospar erklärt, man wolle bei Eigenmarken und Kinderprodukten vermehrt auf natürlich Gefärbtes setzen. Lolipop sagt, seine Fruchtgummis würden nur in kleinen Mengen verzehrt und stellten deshalb kein Problem dar. Die falsche Deklaration beim Zile Sunmix erklärt die Firma mit dem kürzlichen Wechsel der Rezeptur. Die alten Etiketten würden noch aufgebraucht. Nestlé, Hersteller der Frisco-Glaces, wollte keine Stellung nehmen.


Unterschreiben auch Sie!

Nur ein Verbot kann unsere Kinder vor den schädlichen Folgen künstlicher Farbstoffe schützen. Darum: Unterschreiben Sie die Petition des Gesundheitstipp auf unter www.gesundheitstipp.ch. Leiten Sie den Bogen auch an Ihre Bekannten weiter.

02. November 2008 | Sonja Marti


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Farbstoffe: Gefahr für unsere Kinder
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Kommentare (3)

 
  • Redaktion Gesundheitstipp | 13.11.2008, 08:42

    Zum Kommentar von Tukan

    In der Tabelle sind zwei verschiedene Raketen-Glaces aufgeführt:
    Die 'normale' orange-weisse Frisco Rakete (ohne künstliche
    Farbstoffe) und die grün-rote Frisco Rakete Jelly (mit
    künstlichen Farbstoffen). Beide haben wir im Coop gekauft.
  • E-Allergiker | 12.11.2008, 13:13

    Farbstoffe: Gefahr für Kinder?

    Ein ausbaufähiger Artikel. Gefahr besteht nicht nur für
    Kinder, immer mehr Erwachsene sind betroffen.
    Die aufgeführten Farbstoffe und noch 16 weitere kommen nicht nur
    in den aufgeführten Produkten vor. Zudem sind sie nicht nur
    für Kinder gefährlich! Nach der Einnahme eines
    Eisenpräparats musste ich notfallmässig zum Arzt > ein
    neuer, nicht deklarierter, Pinkfarbstoff wurde mir zum
    Verhängnis. Als Allergiker ist man nicht nur dazu verdammt die
    kleingedruckten Zusatzstoffe auf den Lebensmittelpackungen zu
    entziffern, sondern muss sich immer wieder überraschen lassen, wo
    überall diese Farbstoffe enthalten sind. So z.B. in
    Fleischerzeugnissen wie Wurst oder Aufschnitt, Medikamente ohne
    Deklaration, alkoholfreie Apperogetränke etc.
    Konditoreien sind verpflichtet Farbstoffe zu deklarieren, warum
    Metzger oder die Pharmaindustrie nicht?
    Es geht nur um immer mehr Umsatz und der wird vermeintlich nur mit
    bunten Farben, zu Lasten der Gesundheit, generiert.
    E-102 Tartrazin sowie -122, -123, -124 und -127 waren in der Schweiz
    verboten, dank bilateraler Verträge sind sie nun, wie in ganz
    Europa, wieder zugelassen.
  • Tukan | 07.11.2008, 12:25

    Produkt mit oder ohne Farbstoffe

    Leider wirkt der Artikel, auch wenn es sich um ein Thema von
    höchster Brisanz handelt, nicht überzeugend. Wie ist der
    Unrterschied zwischen der Grafik und dem Text zu verstehen? Laut
    Grafik gehört die "Frisco-Racete" zu einem der vier
    Produkte ohne Farbstoff. (Von welcher Relevanz ist dabei, dass die
    Glacefür zwei Franken im Coop gekauft wurde?) Im Text wird aber
    zwei Mal vor der "Frisco Rakete Jelly" gewarnt. (ist das
    Modell im Coop kein "Jelly"? Wie heisst den dasjenige im
    Coop?) - Mir scheint, dass hier zwar ein erfolgsversprechendes Raster
    [Skandal - Produktevergleich mit Grafik - Aufforderung zur Behebung
    (Petition)] angewandt wurde, dass die Ausführung des Artikels
    aber recht unsorgfältig ist.
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