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Betroffene klagen über happige Beschwerden nach der Impfung gegen Schweinegrippe. Experten bestätigen, dass Pandemrix «ausgesprochen schlecht verträglich ist».
Marianne Abid liess sich in der Permanence im Zürcher Hauptbahnhof gegen die Schweinegrippe impfen. «Muss ich mit Nebenwirkungen rechnen?», hatte sie sich zuvor bei der Praxisassistentin erkundigt. Diese habe abgewunken: Der Impfstoff Pandemrix würde keine Probleme verursachen. Doch die ersten Beschwerden spürte Marianne Abid bereits, als sie die Praxis verliess: «Mir wurde schwindlig.» Wenige Stunden später am Arbeitsplatz begann ihre Hüfte zu schmerzen, dann auch das Bein. «Es fühlte sich an wie elektrisiert.» Abends zu Hause bekam sie Schüttelfrost, und die Körpertemperatur stieg auf fast 39 Grad. «Ich fühlte mich so schlecht, ich konnte mich kaum noch bewegen.»
Als Marianne Abid am nächsten Tag in der Permanence anrief, sagte man ihr: «Das sind die Nebenwirkungen des Impfstoffs.» Jetzt ärgert sich Abid: «Das hätten sie mir vorher sagen müssen.» Schon lange warnten Fachleute, dass Pandemrix häufig Nebenwirkungen auslöst: Jeder zehnte Geimpfte bekommt Fieber und Schüttelfrost. Jeder vierte hat Muskelschmerzen, und jeder dritte leidet an Kopfweh. Es kommt auch zu Gelenkschmerzen, Schwitzen, Magen-Darm-Problemen, Schwindel, Hautausschlägen und Beschwerden an der Einstichstelle. Pandemrix sei «ausgesprochen schlecht verträglich», schreibt das Fachblatt «Arznei-Telegramm». Die Ursache sei der enthaltene Wirkverstärker.
Ein Vergleich zeigt, dass Impfstoffe mit Wirkverstärker viel häufiger Nebenwirkungen auslösen als solche ohne (siehe Grafik im pdf-Artikel). Auch andere Betroffene meldeten sich beim Gesundheitstipp: Sie hatten starke Gliederschmerzen und Grippesymptome. Der herzkranke Journalist Joachim Mohr bangte gar um sein Leben. Nach der Impfung stieg seine Temperatur gegen 39 Grad. «Fieber ist eine echte Gefahr für mein Herz», schreibt der 43-Jährige im Magazin «Der Spiegel». Zwei Tage musste er mit starken Beschwerden zu Hause bleiben.
Hersteller Glaxo Smith Kline sagt, Pandemrix sei im Allgemeinen gut verträglich. Es stimme zwar, dass der Impfstoff Beschwerden wie Müdigkeit oder Fieber verursachen könne. Doch der Nutzen überwiege. Arzt Jürg Müller-Schoop von der Permanence bestätigt, dass sie Patienten nicht immer auf die Nebenwirkungen aufmerksam machen. «Für Patienten, die nachfragen, haben wir ein Info-Blatt.» Der Arzt hält es aber für wichtiger abzuklären, ob ein Patient Allergien hat oder schon früher negativ auf Impfungen reagierte.
Tipps: Bevor Sie sich impfen lassen:
29. November 2009 | Sonja Marti, Redaktion Gesundheitstipp
