Die portugiesische Küche ist nichts für gestresste Feierabendköche, die nach der Arbeit noch auf die Schnelle etwas ­brutzeln wollen. Denn die ländlichen Rezepte stammen aus einer Zeit, in der sich Frauen mit Leib und Seele dem Kochen widmeten. 

So muss man zum Beispiel für den Bacalhau, den gesalzenen Klippfisch, schon am Abend vorher Kichererbsen einlegen. Auch das gegrillte Hühnchen mit Piri-Piri-Sauce oder das Rebhuhn mit Marroni wollen am Vortag mariniert werden. Doch das neue Kochbuch von Rita ­Cortes Valente de Oliveira macht schon die Wahl des Menüs zum Genuss. Die Illustratorin Alexandra Klobouk hat bunte Zeichnungen beigesteuert, die zum Schmunzeln anregen. Zum «Braten des Heiligen Geistes» zeichnet sie eine prächtige Kuh mit einer Bischofskrone, zum Rezept für «Lümmelreis» einen frechen Jungen, der einen Happen aus der Pfanne stibitzt.

Anschaulich zeigt die Illustratorin auch, wie  man verschiedene Fischsorten erkennt oder wie man tote Muscheln aussortiert. Schöne Fotos von Zutaten, Land und Leuten machen Lust, die Rezepte gleich auszuprobieren. Dafür sollte man aber unbedingt Gäste einladen – die Rezepte sind für sechs Personen berechnet.

sehr empfehlenswert

Alexandra Klobouk, Rita Cortes Valente de Oliveira: «Die portugiesische Küche», ca. Fr. 44.–, Verlag Antje Kunstmann