https://www.gesundheitstipp.ch/service/merkblaetter/detail/merkblaetterdetail/impfenKinder mit Wilden Blattern haben am ganzen Körper kleine Bläschen, die heftig jucken. Nach fünf bis zehn Tagen ist der Spuk meist vorbei, das Kind ist lebenslang geschützt. Das Problem: Die Viren bleiben im Körper und können später eine schmerzhafte Hautkrankheit auslösen: Gürtelrose.

Nun empfiehlt das Bundesamt für Gesundheit: Eltern sollten ihre Babys im Alter von 9 bis 12 Monaten impfen lassen. Das käme auch der Wirtschaft zugute: Eltern müssten ihre Kinder weniger von Kitas und Schulen abmelden und könnten häufiger arbeiten. Das schreibt das Bundesamt in seiner Zeitschrift «BAG-Bulletin». Zudem senke man so die Zahl der Fälle von Gürtelrose.

Unabhängige Experten sehen das kritisch. Der Zürcher Kinderarzt Michael Seefried: «Ein solcher Infekt hat einen positiven Einfluss auf die Entwicklung der Kinder.» Der deutsche Kinderarzt Martin Hirte: «Wilde Blattern sind eine in der Regel völlig harmlose Kinderkrankheit.» Nur bei Erwachsenen müsse man mit Komplikationen rechnen. Eltern sollten ihre Kinder daher erst in der Pubertät impfen lassen. «Das hat sich seit Jahrzehnten bewährt.»

Schutz vor Gürtelrose nicht bewiesen

Die Impfung hat laut Hirte zudem Nebenwirkungen wie hohes Fieber und Fieberkrämpfe. «Es kann auch zu allergischen und neurologischen Reaktionen und zu Symptomen wie bei Wilden Blattern oder Gürtelrose kommen.»

Hinzu kommt: Es ist nicht bewiesen, dass die Impfung tatsächlich auch Gürtelrose verhindern kann. Das räumt sogar das Bundesamt für Gesundheit in seinem Bulletin ein: «Es liegen noch wenige Daten vor.»