WIEN – Nimmt sich ­jemand das Leben, nachdem er in den Me­dien von einem Suizid erfahren hat, sprechen Psycho­logen vom «Werther-­Effekt». Eine grosse Analyse von mehr als 30 Studien zeigt jetzt, dass Selbsttötungen um über zehn Prozent zunehmen, wenn die Medien über den Suizid eines Prominenten berichtet haben. Ist auch die Todesart ange­geben, erhöhen sich die Selbst­tötungen mit genau dieser Methode sogar um 30 Prozent. Einer der bekanntesten Fälle der vergangenen Jahre: 2009 warf sich der deutsche Fussballer ­Robert Enke vor den Zug. In den folgenden Wochen stieg in Deutschland die Zahl von durchschnittlich 2,3 «eisenbahnsuizidialen Handlungen» pro Tag auf 9.