Akku-Handstaubsauger: Nur 2 von 10 leisten gute Dienste

saldo 04/2010 vom

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Trotz vollmundiger Werbeversprechen der Hersteller vermag der Grossteil der Akku-Handstaubsauger im Test nicht zu überzeugen. Gute Noten gibt es nur für zwei Modelle.

Akku-Handstaubsauger sind klein, handlich und kabellos. Sie kommen dann zum Einsatz, wenn rasch ein paar Krümel oder etwas Staub weggesaugt werden soll und man dafür nicht eigens den Boden-Staubsauger aus dem Putzschrank hervorholen will. Auch im Auto ist ein Akku-Handstaubsauger eine praktische Sache. Dank seiner geringen Grösse und des fehlenden Kabels kommt man damit auch an schwer erreichbare Stellen.

saldo wollte wissen, was die Akku-Staubsauger wirklich taugen, und hat zehn verschiedene Modelle mit Preisen zwischen 45 und 350 Franken im Labor testen lassen. Geprüft wurde, wie gut die Geräte mit verschiedenen Schmutzarten klarkommen, wie einfach sie in der Handhabung sind, wie lange ihr Akku hält und ob sie den feinen Staub zurückhalten oder wieder in die Umgebung pusten (siehe unten «So wurde getestet»).


Der Electrolux-Sauger versagte bei feuchtem Schmutz

Alle Geräte funktionieren beutellos – statt eines auswechselbaren Staubbeutels haben sie einen Behälter, in welchem der Schmutz gesammelt wird. Dieser Behälter muss von Zeit zu Zeit entleert werden. Trockenen Schmutz saugen alle Geräte auf, vier Modelle saugen auch Flüssiges ein: Miostar, Electrolux, Rotel und Philips. In allen Geräten hat es Filter, welche sich durch Auswaschen oder Ausklopfen reinigen lassen.

Im Test haben nur zwei Geräte einen guten Eindruck hinterlassen: Der teure Dyson DC 31 car + boat und der mit rund 90 Franken wesentlich günstigere Philips FC 6142. Sie erreichten als Einzige das Gesamturteil «gut». Alle anderen Handstaubsauger überzeugten nicht: Sie haben den einen oder anderen Schwachpunkt, sodass ihre Gesamtbewertung lediglich «genügend» ausfällt.

Losen Schmutz von glatten Flächen aufzunehmen, ist für die meisten Sauger kein Problem. Die Tester verteilten allen Geräten für das Entfernen von Sand auf Fliesen sehr gute oder gute Noten. Etwas mehr Mühe haben die Akkusauger mit feuchten Verschmutzungen. Das feuchte Kaffeepulver auf den Fliesen entfernten nur Dyson, Trisa und Rotel gut, die meisten Geräte waren lediglich genügend. Die grössten Schwierigkeiten mit dieser Schmutzart hatte der Elektrolux-Sauger, er erreichte eine ungenügende Note. Die Tester erklären dieses schlechte Resultat damit, dass bei diesem Gerät der Abstand zwischen der Saugöffnung und dem Untergrund zu gross sei.


Sand auf Teppich: Nur für Philips, Black & Decker und Dyson kein Problem

Liegt der Schmutz auf Teppichboden statt glatten Flächen, entfernen ihn die Sauger schlechter. Keines der Geräte war bei diesem Prüfpunkt «sehr gut». Mit dem Sand auf dem Teppich kamen nur Philips, Black & Decker sowie Dyson gut klar. Ein durchschnittliches Ergebnis erreichten Dirt Devil, Trisa und Rotel. Ungenügende Noten gab es für Electrolux, Siemens, Miostar und Hoover.

Anspruchsvollster Prüfpunkt beim Kriterium Schmutzaufnahme war das Entfernen von Heimtierstreu auf Teppichboden. Das schafften nur Dyson und Philips gut. Andere Geräte kamen bei dieser Schmutzart an ihre Grenzen: Dirt Devil, Miostar und Siemens waren ungenügend, Hoover erhielt sogar die Note «schlecht». Grund dafür: Das Gerät verstopfte während dieser Prüfung. Walter Mehmann von Candy Hoover Schweiz AG zeigte sich darüber erstaunt und erklärte, dass seine Firma während mehreren Jahren dazu keine Reklamationen erhalten habe.


Staubbehälter leeren: Dyson lässt sich nur mit viel Kraft öffnen

Beim Kriterium Handhabung überzeugte der Electrolux-Sauger am meisten, er erhielt die Note 5,2. Ebenfalls gut waren Philips und Dyson. Die Tester interessierten sich bei diesem Prüfpunkt unter anderem dafür, ob der Staubbehälter problemlos geleert und wieder aufgesetzt werden kann. Am besten gelingt dies beim Electrolux-Gerät. Trotz vieler Teile lässt sich bei diesem Sauger dank guter Markierungen der Staubbehälter einfach entleeren.

«Ungenügend» hingegen lautet das Urteil der Laborexperten für das Dyson-Gerät: Bei diesem Modell braucht es sehr viel Kraft, um den Öffnungsschalter für den Staubbehälter zu betätigen. Cuno Singer, Geschäftsführer von Dyson Schweiz, schreibt, Dyson habe diesen Kritikpunkt erkannt und gelöst. Seit Dezember 2009 würden nur noch Geräte ausgeliefert, welche sich ohne Kraftaufwand öffnen liessen. Kunden, die ein schwer zu öffnendes Gerät gekauft haben, können es bei Dyson kostenlos reparieren lassen.

Die Tester prüften auch, welcher Staubsauger sich für den Heimbereich am besten eignet. Positiv aufgefallen ist hier das Philips-Gerät, es hat eine gute Griffform und angenehmes Material, sodass es sich sehr gut bedienen lässt. Wer den Akku-Staubsauger vor allem im Fahrzeug einsetzen möchte, ist mit dem Dyson-Gerät am besten bedient. Dank Schlauch und Fugendüse erreicht man damit fast alle Stellen. Einziger Nachteil: Der «Ein»-Schalter muss ständig betätigt werden, sonst stellt das Gerät ab.

Schliesslich haben die Prüfexperten auch kontrolliert, wie gut es mit den Handstaubsaugern gelingt, Schmutz unter Möbeln hervorzusaugen. Dazu montierten sie ein Brett in 4 Zentimetern Höhe und massen, wie weit die Geräte darunter reichten und wie viel Schmutz sie aufsaugten. Auch bei diesem Prüfpunkt war Dyson Spitze, sehr gute Noten erreichte auch das Trisa-Gerät.


Rotel, Black & Decker: Ungenügend bei der Akku-Leistung

Optimal ist es, wenn ein Akku-Staubsauger über eine hohe Saugkraft und gleichzeitig über eine lange Akku-Laufzeit verfügt. Dies ist zum Beispiel beim Testsieger Dyson der Fall. Zwar erreichen auch die Geräte von Siemens und Hoover sehr gute Noten für die Akku-Laufzeit – aber sie überzeugen bei der Schmutzaufnahme nicht. Ungenügend war die Akku-Leistung von Rotel und Black & Decker.

Bereits nach einem Prüfzyklus liess bei diesen beiden Geräten die Saugleistung merklich nach und die 100-prozentige Saugleistung hielt nur gerade zwei Minuten lang an. Für Martin Gassmann von Black & Decker ist dies unerklärlich. Er rät betroffenen Kunden, die mit der Akku-Leistung nicht zufrieden sind, das Gerät innerhalb von 30 Tagen bei Fust umzutauschen.

Insbesondere für Allergiker ist es wichtig zu wissen, ob die Geräte den Staub zurückbehalten oder ob sie ihn wieder in die Umgebung blasen. Zwei Staubsauger halten praktisch allen Schmutz zurück: Dyson und Dirt Devil. Punkto Staub weniger zu empfehlen sind hingegen die Geräte von Trisa, Rotel, Black & Decker und Electrolux, sie erhielten nur ungenügende Noten.


So wurde getestet

Das ipi Institut für Produktforschung und Information in Stuttgart hat die Akkusauger im Auftrag von saldo geprüft. Das waren die Testkriterien:

  • Schmutzaufnahme: Die Laborexperten ermittelten, wie gut die Handstaubsauger mit beispielhaften Schmutzarten klarkommen. Dazu saugten sie Sand, feuchtes Kaffeepulver und Heimtierstreu von Fliesen und Teppichboden. Auf einer 50 x 50 cm grossen Fläche wurde eine bestimmte Menge Schmutz angebracht und die Fläche in parallelen Strichen abgesaugt. Schliesslich wurde gewogen, wie viel Schmutz die Geräte aufgesaugt hatten.
  • Handhabung: Ein fünfköpfiges Testteam beurteilte die Handstaubsauger anhand eines ausführlichen Fragenkatalogs. Die Fragen lauteten unter anderem: Wie einfach lässt sich der Sauger von der Ladeeinrichtung entnehmen und wieder aufsetzen? Wie stabil ist die Halterung? Wie einfach ist die Handhabung, wenn das Gerät im Heimbereich eingesetzt wird? Eignet sich der Sauger, um das Auto damit zu reinigen? Sind die mitgelieferten Aufsätze nützlich? Eignet sich der Sauger auch bei schwer zugänglichen Stellen? Lässt sich der Staubbehälter problemlos leeren? Wie viele Arbeitsschritte braucht es dafür? Kommt man dabei mit dem Schmutz in Berührung?
  • Akku-Laufzeit: Die Geräte wurden in einem Zyklus von 2 Minuten Laufzeit und 30 Minuten Pause betrieben. Die Laborexperten notierten, wie viele solcher Zyklen die Geräte schafften, wann die Saugkraft nachliess und wann sich die Sauger nicht mehr ohne Aufladen betreiben liessen.
  • Staubemission: Die Experten prüften, ob die Sauger den Staub zurückbehalten oder wieder in die Umgebung pusten. Dazu saugten sie mit den Geräten feinkörnigen Staub ein. In einem abgedunkelten Raum wurde der austretende Staub durch Streulicht sichtbar gemacht.
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