Kontroverse um Blutdrucksenker geht weiter

Gesundheitstipp 01/2011 vom

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Krebsgefahr durch Sartane: Neue Studie sollte «Entwarnung» geben.

Vor wenigen Wochen kam eine grosse Studie zum Schluss: Blutdrucksenker von der Gruppe der Sartane erhöhen bei Patienten das Risiko für Krebs (Gesundheitstipp 11/2010). Dazu gehören Medikamente wie Blopress, Diovan, ­Losartan oder Micardis.

Doch jetzt sagt eine neue Studie im Fachblatt «Lancet Oncology»: Das stimmt nicht. Die Forscher der New Yorker Universität werteten Studien mit über 300 000 Patienten mit hohem Blutdruck aus. Patienten, die Sartane schluckten, wiesen dabei kein höheres Risiko auf, an Krebs zu erkranken.

Allerdings konnten die Forscher nicht ausschliessen, dass die Medikamente in Kombination mit anderen Blutdrucksenkern Krebs auslösen können. Entwarnung, jubilieren jetzt rasch Pharma-Unternehmen oder auch die pharmafreundliche deutsche «Ärztezeitung».

Auch die Heilmittelbehörde Swissmedic kriti-siert die frühere Studie. Forscher hätten dort vorwiegend den Wirkstoff von Micardis und Kinzal untersucht. Auch Hersteller-Firma ­Takeda bekräftigt, für ihr Medikament Blopress könne man aus jener früheren Studie «keine Rückschlüsse auf eine mögliche Verbindung» zu einem erhöhten Krebsrisiko ziehen.

Denn gemäss Takeda haben weniger als ein Prozent aller untersuchten Patienten den Wirkstoff von Blopress bekommen.


Neue Daten auffällig schnell veröffentlicht

Doch die Kritiker sind nicht verstummt. Wolfgang Becker-Brüser vom deutschen Fachblatt «Arznei-Telegramm» wundert sich über die «sonst kaum beobachtete Geschwindigkeit», wie die Forscher die neuen Daten ausgewertet und veröffentlicht hätten.

Für Becker-Brüser entkräftet die neue Studie die Resultate der alten nicht. Diese sei noch immer ein «deutliches Warnsignal», auch wenn sich von einzelnen Wirkstoffen das Krebs­risiko nicht bestimmen lasse.

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