Medikamente

Gesundheitstipp 06/2017 vom

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Muss ich für immer Blutverdünner einnehmen?

«Ich habe ab und zu eine Herzrhythmus­störung. Deshalb bekomme ich den Blut­verdünner Xarelto. Muss ich das Medikament wirklich schlucken?»

Möglicherweise nicht. Es wäre sinnvoll, wenn Sie abklären lassen, ob man die Ursache Ihrer Herzrhythmusstörungen nicht durch einen Eingriff beheben könnte. Dann würden Sie keine Medikamente mehr benötigen. Es gibt eine relativ einfache Operation. Dabei schalten die Ärzte mit Hochfrequenzstrom jene Muskelfasern im Herzen ab, die die Rhythmusstörungen verursachen. 

Hormontabletten seit 25 Jahren – macht das Sinn?

«Ich bin 76-jährig und nehme seit 25 Jahren die Hormontabletten ­Activelle. Doch Wechseljahrbeschwerden hatte ich nie. Der Frauenarzt sagte, Activelle sei gut für meine Knochen. Ist das sinnvoll?»

Eher nicht. Bei Ihnen gibt es keinen Grund, so lange Hormone zu schlucken. Im Gegenteil, es birgt sogar Risiken. Activelle kann Kopfweh, Übelkeit, Gewichts­zunahme oder Blutungen in der Vagina auslösen. Falls Sie das Mittel absetzen möchten, kann es sein, dass Sie Wechseljahrbeschwerden spüren – und zum Beispiel nicht mehr gut schlafen können oder Wallungen haben. Dann sollten Sie sich an Ihren Hausarzt wenden. Er kann Ihnen milde pflanzliche Präparate empfehlen, um die Beschwerden zu lindern. Das sind beispielsweise Mittel  mit Baldrian, Salbei, Traubensilberkerze oder Mönchspfeffer.

Können Minoxidil-Tropfen langfristig schaden?

«Mittlerweile leide ich seit 15 Jahren unter Haar­ausfall. Ich bin eine 72-jährige Frau. Das ­einzige, was mir hilft, sind Minoxidil-Tropfen. Doch sobald ich sie ­absetze, fallen mir die Haare gleich büschelweise aus. Darf ich die Tropfen auch über längere Zeit hinweg anwenden?»

Ja, wenn Sie keine Nebenwirkungen spüren, ist das kein Problem. Minoxidil ist in Tablettenform ein Blutdruckmedikament. Gegen Haarausfall trägt man es als Lösung auf. In dieser Form kann es in seltenen Fällen den Puls beschleunigen oder den Blutdruck senken. Allerdings nimmt der Körper über die Haut meist nur sehr wenig des Wirkstoffs auf. Wenn Ihre Kopfhaut das Mittel zudem gut verträgt und nicht zu jucken beginnt, können Sie das Medikament weiterhin einsetzen. 

Übergewicht wegen Surmontil – wie nehme ich ab?

«Lange Zeit musste ich das Antidepressivum Surmontil nehmen und habe deswegen 14 Kilogramm zugenommen. Seither bringe ich das Gewicht einfach nicht mehr runter – obwohl ich nur 1200 Kalorien pro Tag esse. Ich fühle mich ständig müde und abgespannt. Was kann ich noch tun?»

Wenden Sie sich an Ihren Hausarzt. Er soll abklären, ob mit Ihrer Schilddrüse und Ihrem Stoffwechsel alles in Ordnung ist oder ob eine andere Ursache für Ihre Probleme vorliegt. Er kann Sie auch zum Sport und zur Ernährung be­raten oder Sie auf die entsprechenden Fachstellen in ­Ihrer Umgebung hin­weisen. 

Welches Mittel hilft gegen Magenprobleme?

«Ich habe schon länger Magenprobleme. Die Ärzte haben den Magen untersucht, fanden aber keine Ursache. Ein Naturarzt hat mir dann ­Luvos Heilerde verordnet, aber davon bekam ich Verstopfung. Was kann ich noch tun?­»

Setzen Sie die Heilerde besser ab. Essen Sie kleine Portionen und kauen Sie gut. Trinken Sie nichts zum Essen: Das verdünnt die Magensäfte und bewirkt, dass die Speisen länger im Magen liegen bleiben. Zwischen den Mahlzeiten beruhigen Kräutertees mit Kamille, Pfefferminz oder Wermut den Magen. 

Knieschmerzen: Schadet Voltaren Dolo der Leber?

«Mein Knie schmerzt ­immer wieder. Dann ­reibe ich während ei­niger Tage Voltaren Dolo Emulgel ein. Nun habe ich gelesen, dass die Salbe der Leber ­schadet. Stimmt das?»

Nein, wenn Sie Ihr Knie nicht mehr als drei  bis vier Mal pro Tag einreiben, sollte das kein Problem sein. Voltaren Dolo Emulgel enthält Diclofenac. Dieser Stoff lindert Entzündungen und Schmerzen. Die Haut nimmt ihn nur in sehr geringen Mengen auf. Auch Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten müssen Sie kaum befürchten.

Muss ich tatsächlich Crestor nehmen?

«Ich habe zu hohe Blutfette. Mein Arzt will mir nun Crestor verschreiben. Muss ich diese ­Tabletten nehmen?»

Nicht unbedingt. Besprechen Sie mit Ihrem Arzt, wie Sie die Blutfette natürlich senken können: etwa durch mehr Bewegung und eine andere Ernährung. Sie können mit dem Arzt auch über den Agla-Risikorechner (www.agla.ch) herausfinden, wie hoch Ihr ­Risiko für Herz-Kreislauf-Probleme  ist. Sollten Sie dennoch ein Medikament brauchen, können Sie es auch mit dem günstigeren Atorvastatin versuchen.

Helfen Feniallerg-Dragées bei Sonnenbrand?

«Eine Bekannte hat mir Feniallerg-Dragées gegen Sonnenbrand empfohlen. Ist das sinnvoll?»

Nein. Feniallerg-Dragées sind kein geeignetes Mittel gegen Sonnenbrand. Kühlen Sie die verbrannte Stelle – zum Beispiel mit Cold Packs oder einer Packung tiefgekühlter Erbsen, die sie in ein Tuch wickeln und auflegen. Auch kühle Duschen oder kalte Wasser­umschläge helfen. Trinken Sie dazu viel Wasser. 

Pflegen Sie dann die Haut mit ­einer Creme, die den Wirkstoff ­Dexpanthenol oder Harnstoff enthält. Gegen die Schmerzen hilft  ein Schmerzmittel wie Ibuprofen. Es wirkt zudem auch gegen die Ent­zündung.

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