Meditel

Gesundheitstipp 03/2016 vom

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Herz stolpert: Soll ich Globuli probieren?

«Mein Herz machte schon immer zusätzliche Schläge. Seit ich in den Wechseljahren bin, hat sich das Herzstolpern verschlimmert, vor allem beim Einschlafen. Mein Puls beträgt dann etwa 90. Ich habe gelesen, dass das homöopathische Mittel Aconitum helfen könnte. Soll ich es versuchen?»

Nein. Sie sollten sich zuerst noch einmal beim Herzspezialisten untersuchen lassen. Er sollte abklären, wieso Ihr Puls beim Einschlafen so hoch ist. Wenn es keine Ursache dafür gibt, empfehle ich Ihnen ein Präparat mit Traubensilberkerze. Es hilft gegen Beschwerden in den Wechseljahren. In dieser Zeit leiden manche Frauen unter hohem Puls und Herzklopfen.

Trieft meine Nase wegen des Blutdruckmittels?

«Mein Blutdruck ist zu hoch. Deshalb verschrieb mir der Arzt kürzlich das Medikament Votum Plus. Seither läuft meine Nase dauernd – und mir ist schwindlig. Kommt das von den Pillen?»

Ja, das ist gut möglich. Votum Plus enthält zwei verschiedene Wirkstoffe. Beide führen häufig zu Schwindel. Der eine kann zudem Schnupfen verursachen. Reden Sie mit Ihrem Hausarzt, damit er Ihnen ein ­anderes Blutdruckmittel verschreiben kann.

Zwangsstörung: Soll ich die Pillen wechseln?

«Wegen meiner Zwangsstörung gehe ich seit drei Jahren zu einem Psychiater. Vor kurzem hat er mir Zoloft und Seroquel verschrieben. Trotz der Medikamente sind die Zwangsgedanken geblieben und ich bin ständig müde. Soll ich die Mittel wieder wechseln?»

Nein. Sie sollten noch etwas Geduld haben. Oft dauert es mehrere Wochen, bis man bei Medikamenten gegen psychische Krankheiten die Wirkung richtig spürt. Viele dieser Mittel machen auch müde, insbesondere Seroquel. Es ist deshalb gut, wenn Sie es am Abend einnehmen. Wichtig ist, dass Sie zusätzlich eine Verhaltenstherapie machen. Dort lernen Sie, mit den Zwangsgedanken umzugehen.

Gibt es natürliche Mittel bei Gürtelrose?

«Seit zwei Monaten habe ich eine Gürtelrose. Die Stelle juckt und brennt, und der Ausschlag verschwindet jeweils nur für kurze Zeit. Nachts reibe ich Neurodol-Gel ein, am Tag nehme ich Lytta-Globuli. Gibt es noch andere Mittel?»

Ja. Versuchen Sie es mit Propolis-Salbe. Viele Apotheken bieten eine selbst ­gemischte Salbe mit dem Bienenharz an. Nach meiner Erfahrung hilft Propolis gut. Lytta-Globuli sind bei Gürtelrose vor allem in den ersten Wochen geeignet – solange der Hautausschlag noch vorhanden ist. Später hilft das homöopathische Mittel Mezereum meist ­besser.    (wo)

Panikattacken: Kann ich wieder zu Temesta wechseln?

«Ich leide unter Ängsten und Panikattacken. Deshalb nahm ich jahrelang das Medikament Temesta. Bei einem Spitalaufenthalt wechselten die Ärzte zu Xanax. Doch das hilft mir nicht. Ich möchte wieder Temesta nehmen. Ist das gut?»

Nein. Denn sowohl Xanax wie auch Temesta sind starke Beruhigungsmittel. Sie wirken zwar meistens gut gegen Ängste. Denn sie entspannen, machen müde und dämpfen die Gefühle. Allerdings ist bei diesen Medikamenten das Risiko gross, dass man abhängig wird. Gerade für ältere Menschen sind sie wenig geeignet. Denn bei ihnen verursachen sie häufiger Nebenwirkungen wie Verwirrtheit, Kopfweh oder unkoordierte Bewegungen und damit Stürze. Eine Alternative wären Medikamente gegen Depressionen. Diese helfen oft auch gegen Ängste. Besprechen Sie die Situation nochmals mit ­Ihrem Psychiater.

Hat es Aluminium in meinen Magenpillen?

«Gegen das saure Aufstossen nehme ich seit einem Monat den Säurehemmer Pantoprazol. Enthält das Medikament Aluminium?»

Nein. Nicht alle Medikamente gegen saures Aufstossen enthalten als Wirkstoff Aluminium. Es findet sich zum Beispiel in Alucol oder Andursil. Aluminium neutralisiert zwar die Magensäure. Es kann aber zu Verstopfung führen. Zudem besteht das Risiko, dass sich der Stoff im Körper ablagert, wenn man ihn über längere Zeit regelmässig einnimmt.  

Löst Cholesterinsenker diese Beschwerden aus?

«Der Arzt hat mir Inegy verschrieben, weil meine Cholesterinwerte erhöht sind. Seither brennt es mich im Hals und ich habe oft Blähungen. Sind das Nebenwirkungen des Mittels?»

Ja, das ist gut möglich. Das Medikament kann sowohl Entzündungen in Hals und Rachen verursachen als  auch Beschwerden in Magen und Darm. Besprechen Sie die Situation nochmals mit Ihrem Hausarzt. Wahrscheinlich brauchen Sie gar keinen Cholesterinsenker, da Ihre Werte nur leicht erhöht sind. Zudem haben Sie keine anderen Risikofaktoren fürs Herz, wie zum Beispiel Rauchen oder Diabetes, und Sie sind auch nicht familiär vorbelastet. 

Verträgt sich das tibetische Mittel mit Herzpillen?

«Ich muss vier verschiedene Medikamente für das Herz nehmen. Jetzt möchte ich gegen meine Verstopfung das -tibetische Heilmittel Padmed Laxan ausprobieren. Kann ich es mit den Herzpillen kombinieren?»

Besser nicht. Die Medikamente können sich gegenseitig stören. So kann es zum Beispiel dazu kommen, dass der Körper zu wenig Kalium aufnimmt. Oder das Herz schlägt nicht mehr so regelmässig. Für Sie wäre ein Präparat mit Lactulose wie Duphalac oder Gatinar besser ge­eignet.

Krillöl-Kapseln zum Blutverdünner nehmen?

«Ich schlucke Kapseln mit Krillöl, weil sie viel gesundes Omega-3 enthalten. Vertragen sich diese mit dem Blutverdünner Marcoumar?»

Ja, diese Kombination ist meist unproblematisch. Allerdings sollten Sie den Arzt darüber informieren. Denn Krillöl verdünnt das Blut ebenfalls ein wenig. Die ­gesunden Omega-3-Fettsäuren können Sie auch über das Essen aufnehmen, zum Beispiel mit Leinöl oder fettem Fisch.

Hilft ein Extrakt aus Pflanzen meinen Beinen?

«Meine Beine sind geschwollen und schmerzen. Der Arzt sagte, das komme daher, dass meine Nieren nicht mehr so gut funktionieren. Gibt es ein pflanzliches Mittel dagegen?»

Ja. Sie können es mit Gold­ruten-Urtinktur versuchen. Diese Heilpflanze unterstützt die Funktion der Nieren und entwässert. Wichtig ist zudem, dass Sie sich viel be­wegen. Wenn Sie sitzen, sollten Sie die Beine hochlagern. Dies trägt dazu bei, das Wasser aus den Beinen abzutransportieren.

 

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