Mehr fürs Image als für die Gesundheit

Gesundheitstipp 06/2013 vom | aktualisiert am

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Mit einer Werbekampagne will Coca-Cola die Freude am Sport fördern. Doch Ernährungs­fachleute sagen, die Werbung sei nicht glaubwürdig.

Eine knappe halbe Stunde mit dem Hund spazieren und zehn Minuten tanzen: Mit diesen Aktivitäten könne man 139 Kalorien verbrauchen, heisst es im neuen Werbefilm von Coca-Cola. 139 Kalorien enthält eine 3-Deziliter-Dose des Süssgetränks. Mit dem Werbefilm wolle Coca-Cola einen «aktiven Lebensstil» fördern, schreibt die Firma. Zudem veranstaltet Coca-Cola am 20. Juni ein Seminar für Journalisten, bei dem drei Expertinnen über die «Bedeutung eines aktiven, gesunden Lebensstils» sprechen. Die Schweizerische Gesellschaft für Ernährung hat das Patronat des Seminars übernommen.


Viele Leute trinken grössere Mengen

Fachleute kritisieren diese Werbekampagne. Präventivmediziner David Fäh von der Universität Zürich sagt: «Ich finde es positiv, Bewegung zu propagieren. Aber Coca-Cola will in erster Linie das eigene Image aufpolieren.» Wenn man Coca-Cola trinke, vernichte man einen Teil des positiven Effekts gleich wieder. Thomas Männle vom Verein für unabhän­gige Gesundheitsberatung sagt, Coca-Cola wolle vom hohen Kaloriengehalt des Getränks ablenken. Und Josianne Walpen von der Stiftung für Konsumentenschutz gibt zu bedenken, dass viele Leute nicht nur eine Dose, sondern eine Halbliterflasche Coca-Cola trinken.

Auch die Schweizerische Gesellschaft für Ernährung steht in der Kritik. Der deutsche Ernährungsfachmann Hans-Ulrich Grimm findet es «völlig unverständlich, dass sich die Organisation vor den Karren eines Konzerns spannen lässt». Christian Ryser, Geschäftsführer der Gesellschaft, entgegnet, man diskutiere «mit allen relevanten Akteuren, auch mit Industrie und Handel». Alle Aktivitäten würden sich «nach strengen Kriterien» richten. Damit sei die Unabhängigkeit und Glaubwürdigkeit garantiert.

Coca-Cola schreibt, die Firma biete auch Wasser, Sportgetränke, Säfte und Light-Getränke an. Der Werbefilm zeige, dass man sich mehr bewegen müsse, wenn man mehr Kalorien konsumiere. Experten hätten die Kalorienangaben «mehrmals überprüft» und bestätigt.   

 

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