Nach der Infusion ein verfärbter Arm

Gesundheitstipp 03/2019 vom

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Eiseninfusionen können schlimme Nebenwirkungen haben. Meist sind die Spritzen unnötig.

Wenn Frauen zu wenig Eisen im Blut haben, verordnen ihnen Ärzte oft Infusionen – auch Karin Lador aus Weisslingen ZH. Die letzte Infusion liegt zwar schon fast ein Jahr zurück. Doch die Folgen sieht sie noch immer:  «Mein Arm ist seither dunkelbraun verfärbt», sagt die 61-Jäh­rige. «Vor allem im Sommer und beim Sport, wenn ich kurzärm­lige Oberteile trage, ist das sehr frustrierend.»

Karin Lador ist kein Einzelfall, wie Fachleute bestätigen. Hautärztin Bettina Schlagenhauff aus Küssnacht am Rigi SZ sagt: «Es kommt immer wieder vor, dass eine Eiseninfusion zum Teil ins Gewebe läuft.» Der Grund: Die Venen platzen bei der Infu­sion. Das Eisen verteilt sich dann in alle Hautschichten und färbt sie dunkel ein. 

Das ist zwar unangenehm, aber nicht gefährlich. Schlagenhauff empfiehlt deshalb den ­Betroffenen, mindestens ein Jahr abzuwarten. Sind die Flecken nach wie vor so dunkel, könnte eine Lasertherapie helfen. Denn mit Laser lässt sich die Farbe entfernen – ähnlich wie bei Tattoos. Das ist allerdings aufwendig, wie Schlagenhauff sagt: «Es braucht mehrere Sitzungen im Abstand von mindestens zwei Monaten.» 

Ob Infusionen bei Frauen mit zu wenig Eisen sinnvoll sind, ist allerdings unter Fachleuten umstritten. Denn die Infusionen können nicht nur unangenehme Nebenwirkungen haben, sondern auch riskante. Wenn Patientinnen sie nicht vertragen, kann es schlimmstenfalls zu einem lebensbedrohlichen Schock kommen. Davor warnt auch das Ärztenetzwerk Medix. Für den deutschen Arzt und Apotheker Wolfgang Becker-Brüser ist klar: Ärzte dürfen Eisen nur dann ins Blut spritzen, «wenn geschulte Fachkräfte vor Ort sind, die den Patienten wiederbeleben könnten».

Frauen sollten zuerst Eisentabletten nehmen

Wer zu wenig Eisen hat, fühlt sich müde. Der Arzt misst im Blut den Eisenwert Ferritin. Er sollte nicht unter 15 Mikrogramm pro Liter Blut liegen. Ansonsten ­sollte man Eisentabletten schlucken. Nur wenn sie nichts nützen, kommen Infusionen in Frage, so Becker-Brüser. Auch über das Essen nimmt man Eisen auf. Viel davon enthalten rotes Fleisch, Hülsenfrüchte und Schwarzwurzeln.

Vifor, Herstellerin von Eiseninfusionen bestätigt, dass dunkelbraun verfärbte Stellen eine häufige Nebenwirkung seien. Doch das liege daran, dass sich die Infusionsnadel ­neben die Vene verschieben könne. Zu Schocks komme es nur sehr selten. 

Aufruf: Haben Sie Erfahrung mit ­Eiseninfusionen? 

Schreiben Sie uns: Redaktion Gesundheitstipp, «Infusion», Postfach 277,  8024 Zürich, redaktion@gesundheitstipp.ch

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