Neue Spirale birgt Risiken

Gesundheitstipp 10/2014 vom

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Die neue Hormonspirale Jaydess ist eine schwächere Version der umstrittenen Mirena. Doch auch sie kommt jetzt in die Kritik: Sie könnte zu mehr Eileiter­schwangerschaften führen, warnen Experten.

Mirena von Bayer war bislang die einzige Hormonspirale in der Schweiz. Sie enthält nur den Wirkstoff Levonorgestrel und verhütet während fünf Jahren. Doch sie kam ­immer wieder in die Kritik – wegen Nebenwirkungen wie massiven Stimmungsschwankungen oder Akne (siehe Gesundheitstipp 10/06). 

Seit März dieses Jahres hat ­Bayer eine schwächere Variante auf den Markt gebracht: Jaydess. Diese Spirale enthält weniger Hormone, verhütet aber auch nur drei Jahre lang. Experten sehen jedoch keinen Vorteil bei dieser neuen Spirale. Zum Beispiel Frauenarzt Daniel Brügger aus Laupen BE: «Ich wüsste nicht, für ­welche Frau sich diese Spirale eignet», sagt er. 

So verhütet Jaydess weniger gut als Mirena, weil sie nur rund die Hälfte der Hormonmenge freisetzt. Laut Studien des Herstellers wird bei Mirena innerhalb eines Jahres nur eine von tausend Frauen schwanger, bei Jaydess sind es vier. Nach Brüggers Beobachtungen verhütet Mirena sogar noch etwas besser, das habe er an seinen Patientinnen beobachten können. Von 2000 Frauen, denen er eine Mirena-Spirale eingesetzt hatte, sei nur eine schwanger geworden. Zudem seien Blutungen bei Jaydess stärker und die Gefahr für eine Eileiterschwangerschaft grösser, so Brügger. Diese kann für eine Frau schnell lebensbedroh­lich werden.

Bayer geizt bei Jaydess mit solchen Infos. So rät sie in der Patienteninformation von Mirena noch, die Anwenderinnen seien vom Arzt über die ensptrechenden Symptome zu in­formieren und – falls diese auf­treten – sollten sie ihn «um­gehend» aufsuchen. Frauen, die bereits eine Eileiterschwangerschaft gehabt hätten, ­seien «ausdrücklich» auf dieses Risiko hinzuweisen. In der Patienteninformation von Jaydess fehlen solche Hinweise. 

Eine Eileiterschwangerschaft kann zudem dazu führen, dass die Frau weniger fruchtbar wird, möglicherweise kann sie danach nicht mehr schwanger werden. Bei Mirena schreibt Bayer in der Information, für Frauen, die noch nie schwanger waren, sei die Spirale nicht die Verhütungsmethode der ersten Wahl. Bei Jaydess ist auch dieser Hinweis verschwunden. 

Brügger sieht auch keinen Vorteil für Frauen, die Mirena wegen der Nebenwirkungen wie Zysten, Akne oder Stimmungsschwankungen nicht vertragen: «Diese Frauen wären mit einer Kupferspirale besser bedient», sagt der Frauenarzt.  Bayer schreibt dem Gesundheitstipp, Hormonspiralen seien «die verlässlichste Verhütungsmethode.» In den seltenen Fällen einer Schwangerschaft unter Mirena oder Jaydess sei das Risiko einer Eileiterschwangerschaft erhöht, weil der Eisprung nicht immer unterdrückt werde und die Eileiter weniger beweglich seien. Im Gegensatz zu Mirena hätte man Jaydess auch an Frauen getestet, die noch kein Kind geboren hätten. Deshalb sei der Warnhinweis in der Packungsbeilage unnötig.

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