Occasionsautos: Vorsicht beim Online-Kauf

saldo 10/2007 vom

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Der Occasionshandel mit Autos im Internet boomt. Für Interessenten gilt: Nie ein Auto kaufen, ohne es zuvor gesehen und geprüft zu haben.

Rund 30 Prozent aller Gebrauchtwagenkäufe werden gemäss dem TÜV Süd in Deutschland inzwischen online abgewickelt. Noch deutlich höher ist die Zahl potenzieller Käufer, die das Internet für erste Abklärungen nutzen.
Doch der Kauf auf Distanz hat seine Tücken. Was im Netz verlockend aussieht, entpuppt sich vor Ort vielleicht als Unfallauto. Deshalb lautet die wichtigste Empfehlung des TCS-Experten Peter Frey: «Das Internet sollte vor allem als Recherche-Medium genutzt werden. Wer sich für ein Modell entschieden hat, darf keinesfalls auf den Praxistest vor Ort verzichten. Erleichtern kann das Netz lediglich die Antwort auf die Frage: Soll ich tatsächlich die Reise zur Besichtigung antreten oder nicht?

Bewertungslisten helfen beim Preisvergleich
Um Antwort auf diese Frage zu finden, sollte der Kaufwillige bei der Internetsuche folgende Punkte beachten:
- Bewertung: Es ist ratsam, bei der Recherche mit einer gängigen Fahrzeug-Bewertungsliste oder einem Online-Bewertungstool (www.auto-i-dat.ch oder www.eurotax glass.ch) zu arbeiten. Bei Schnäppchen, die sich preislich jenseits der üblichen Beträge bewegen, ist Skepsis angesagt.
- Vergleich: Preise und Ausstattungsvarianten, Finanzierungsmöglichkeiten sowie Zahlungs- und Lieferbedingungen verschiedener Angebote sollten miteinander verglichen werden. So lässt sich die Spreu vom Weizen trennen.
- Distanz: Ein Anbieter in der Nähe ist einem weit entfernten vorzuziehen. Peter Frey empfiehlt, sich bei qualitativ ähnlichen Angeboten für jenes in der Nähe zu entscheiden. Falls es teurer ist, kann man dem Verkäufer das Konkurrenzangebot unterbreiten. Viele seien dann bereit, den Preis anzupassen.
- Bebilderung: Vorsicht ist geboten, wenn in der Anzeige anstelle von Originalfotos nur Symbolfotos gezeigt werden. Gerade im Internet ist es wichtig, dass viele Originalbilder der angebotenen Fahrzeuge zur Verfügung stehen, darunter Aufnahmen von jeder Seite und vom Innenraum. Fehlen wichtige Fotos und können sie nicht nachgeliefert werden, sollte man das Angebot fallenlassen.
- Umfassende Informationen: Pflichtangaben für eine Fahrzeugverkaufsanzeige sind insbesondere Alter, Laufleistung, Ausstattung, Motorisierung sowie Fahrzeuggeschichte (mit oder ohne Unfall).
- Garantie: Folgende Fragen sollten bereits im Internet klar beantwortet werden: Wie lange wird Garantie gewährt? Und wer gewährt die Garantie? Wird nichts Spezielles abgemacht, gilt die gesetzliche Garantie von einem Jahr.
- Sicherheit: Hände weg, wenn ein Online-Händler für den zum Verkauf stehenden Gebrauchtwagen eine Anzahlung fordert, damit das vermeintliche Schnäppchen reserviert wird. Ohne Sicherheit sollte man weder Geld überweisen noch eine Kreditkartennummer weitergeben.
- Kontaktangaben: Auf der Seite müssen stets alle Angaben abrufbar sein. Insbesondere sollte der Verkäufer telefonisch erreichbar sein, damit offene Fragen geklärt werden können.
- Aktualität: Vor einer Besichtigung sollte man sich vergewissern, ob das Fahrzeug tatsächlich noch zu haben ist. Es kommt vor, dass Angebote im Netz veraltet und die Autos bereits verkauft sind.
Besteht aufgrund der Vorabklärungen ernsthaftes Interesse an einem Modell, müssen sich die beiden Parteien über die Details einig werden. Hier kommen die allgemeingültigen Empfehlungen für einen Occasionskauf zum Tragen. Infos dazu finden sich im «K-Tipp»-Ratgeber «Das eigene Auto - So fahren Sie am günstigsten» (Bestellkarte auf Seite 13) sowie im TCS-Ratgeber «Autokauf und -Verkauf».
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